Fußball-Europameisterschaft 2008 | Österreich & Schweiz | 7. - 29. Juni 2008 | EURO News | EURO Forum

Ivica Vastić

Foto: Fritz Duras
Foto: Fritz Duras
Ein Ausnahme Könner am Ball, sowohl als Techniker aber auch als Stratege der die Fäden auf dem Platz zieht, ist er für die österreichische Mannschaft auch trotz seiner 39 Jahre immer noch eine Bereicherung, und Trainer Josef Hickersberger tut gut daran ihn im Kader zu haben.
Spielerdaten Ivica Vastić
Vorname Ivica
Nachname Vastić
Land Österreich
Position Mittelfeld
Verein LASK (seit 2005)
bisherige Vereine RNK Split (Kroatien) (1989-1991)
First Vienna FC (1991-1992)
SKN St. Pölten (1992-1993)
VfB Admira Wacker Mödling (1993)
MSV Duisburg (Deutschland) (1994)
SK Sturm Graz (1994-2002)
Nagoya Grampus Eight (Japan) (2002-2003)
FK Austria Wien (2003-2005)
Geboren 29. September 1969 (Split/Kroatien)
Größe 183 cm
Gewicht 78 kg


Aufgewachsen in Split, wo der seit seiner frühesten Jugend beim Verein Jugovinil (heute GOŠK Adriachem) (Kroatien) Fußball spielte, lernte er auch das Handwerk des Schiffsbaus und lehnte sogar ein Angebot vom größten Verein der Stadt, Hajduk Split ab, weil er befürchtete nur in der zweiten Mannschaft zu spielen. So wechselte er als 20jähriger zum kleineren Verein RNK Split. Nach zwei Jahren aber machte er einen weiteren Schritt in seinem Leben und ging nach Österreich, wo er zuerst beim Wiener Verein Vienna anheuerte. Danach folgten jeweils kurze Aufenthalte bei diversen Vereinen, bevor er für ein halbes Jahr zum MSV Duisburg (Deutschland) wechselte, wo er aber kaum zum Einsatz kam.

Im Jahre 1994 wurde er von Scouts des österreichischen Erstligisten Sturm Graz entdeckt und sofort unter Vertrag genommen. Hier sollte aus einem eher mittelmäßigen Spieler ein Star der Liga werden, was wohl auch seinem Trainer und Mentor Ivica Osim zu verdanken ist. Es war dies seine erfolgreichste Zeit als Fußballer, denn er konnte Sturm als Kapitän zwei Mal zur österreichischen Meisterschaft (1998, 1999) und drei Mal zum Pokalsieg (1996, 1997, 1999) führen. Außerdem qualifizierte sich Sturm drei Mal hinter einander für die UEFA Champions League und überstand einmal sogar die erste Gruppenphase. Dies war nach Austria Salzburg in den frühen 90er Jahren eine zweite Hochzeit des österreichischen Fußballs, und Ivica Vastić hatte, gemeinsam mit Ivica Osim, einen sehr großen Anteil daran. Aufgrund seiner herausragenden Leistungen wurden ihm auch etliche Ehrungen als Einzelspieler zuteil, wie zum Beispiel vier Mal die Auszeichnung als Österreichs Fußballer des Jahres (1995, 1998, 1999, 2000), außerdem wurde er zwei Mal österreichischer Torschützenkönig, 1996 mit 20 Toren und vier Jahre später mit sage und schreibe 32 Toren. Ivica Vastić erzielte in 250 Spielen für Sturm Graz 124 Tore.

Als 2002 sein Vertrag bei Sturm auslief und dieser von Seiten des Vereins nicht erneuert wurde, ging er auf Anraten seines Trainers Ivica Osim, der Sturm in Richtung Japan (JEF United) verließ, ebenfalls nach Japan um dort seine Karriere ausklingen zu lassen. Doch er wurde im Land der aufgehenden Sonne nicht glücklich und durch weiter bestehende Kontakte zu verschiedenen österreichischen Vereinen nahm er 2003 ein Angebot von Austria Wien an und kehrte nach Österreich zurück.

Er spielte zwei Jahre bei den Violetten aus Favoriten (10. Wiener Gemeindebezirk) wo er in der letzten Saison nochmals den ÖFB Pokal gewinnen konnte. Auch von Seiten der Austria wurde der Vertrag allerdings nicht verlängert und so nahm der immer noch nicht spielmüde Vastić einen Vertrag vom damaligen Zweitligisten LASK an. In seiner ersten Saison führte er die Linzer auf den zweiten Tabellenrang und konnte sich selber sowohl den Titel als Torschützenkönig als auch den des besten Spielers der Zweiten Liga geben. Ein Jahr später führte er als Kapitän den LASK zurück in die höchste österreichische Spielklasse und ließ ein ganzes Bundesland jubeln. Bis zu einigen Spieltagen vor Schluss konnte der LASK sogar um die Meisterschaft mitspielen, musste aber nach einer 1:2 Heimniederlage gegen den späteren Meister Rapid alle Hoffnungen auf eine Sensation begraben. Aber auch die Erfahrung von Spielern wie Ivica Vastić, Christian Mayrleb oder Michael Baur konnte nicht verhindern dass die Mannschaft am letzten Spieltag sogar noch aus den UEFA Cup Plätzen rutschte. Dennoch hat der LASK unter Führung von Kapitän Vastić eine hervorragende erste Saison in der Bundesliga gespielt.

Seine Nationalmannschaftskarriere begann für Ivica Vastić in seinem Heimatland Kroatien, wo er einmal in den Kader einberufen wurde aber nicht zum Einsatz kam. So war er, nach der Einbürgerung im Jahre 1996, für Österreich spielberechtigt. Am 27. März 1996 bestritt er sein erstes Spiel für Österreich, und zwar bei einem 1:0 Sieg gegen den jetzigen EURO Mitveranstalter Schweiz. Vier Spiele später konnte er auch sein erstes Tor für seine neue Heimat erzielen. In der Qualifikation zur WM Endrunde 1998 in Frankreich führte er Österreich an den ersten Tabellenplatz, noch vor Schottland und Schweden. Dort konnte er zwar im zweiten Gruppenspiel für Österreich den späten 1:1 Ausgleichstreffer gegen Chile erzielen, doch musste sich Österreich als Gruppendritter hinter Italien und Chile nach Ende der Vorrunde von der WM 1998 verabschieden. Auch der damalige Nationaltrainer Hans Krankl setzte auf den Routinier und so kam ihm in der WM Qualifikation für Deutschland 2006 eine tragende Rolle zu, doch konnte sich Österreich nicht für die Endrunde qualifizieren. So verabschiedete er sich beim letzten Gruppenspiel gegen Nordirland mit einem 2:0 Sieg aus der österreichischen Nationalmannschaft.

Doch aufgrund seiner herausragenden Leistungen in Linz wurde sowohl von den Medien als auch von Fans im ganzen Land gefordert dass ihn Trainer Hickersberger für die EURO 2008 im eigenen Land nominiert. Vor einigen Monaten noch schloss dieser eine Einberufung von Ivica Vastić kategorisch aus, doch auch Hickersberger musste sich am Ende dem Druck der Öffentlichkeit beugen und lud ihn zum 31-Mann-Kader ein. Aber alles andere als eine Nominierung auch für den endgültigen 23-Mann-Kader wäre eine große Überraschung gewesen.

Die Einberufung machte sich in jedem Fall bezahlt, schoss Ivo Vastić doch Österreichs erstes EM-Tor im Gruppenspiel gegen Polen.

Bearbeitet von Sportredakteur Matthias

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