Fußball-Europameisterschaft 2008 | Österreich & Schweiz | 7. - 29. Juni 2008 | EURO News | EURO Forum

Leo Beenhakker

Leo Beenhakker ist einer von drei hollndischen Trainer die bei dieser EURO eine Mannschaft als Teamchef des jeweiligen Landes betreuen. Mit Sicherheit darf man ihn zu den Trainern mit der grten Erfahrung zhlen.
Trainerdaten Leo Beenhakker
Vorname Leo
Nachname Beenhakker
Land Polen
Position Trainer
Vereine als Spieler

-

Vereine als Trainer SC Cambuur Leeuwarden (Niederlande) (1972-1975)
Go Ahead Eagles (Niederlande) (1975-1976)
AFC Ajax (Niederlande) (1979-1981)
Real Zaragoza (Spanien) (1981-1984)
FC Volendam (Niederlande) (1985)
Niederlande (1985-1986)
Real Madrid CF (Spanien) (1986-1989)
AFC Ajax (1989-1991)
Niederlande (1990)
Real Madrid CF (1992)
Grasshopper-Club Zürich (Schweiz) (1992-1993)
Saudi Arabien (1993-1994)
Club América (México) (1994-1995)
İstanbulspor Anonim Şirketi (Türkei) (1995-1996)
Club Deportivo Guadalajara (México) (1996)
Stichting Betaald Voetbal Vitesse (Niederlande) (1996-1997)
Feyenoord Rotterdam (Niederlande) (1997-2000)
AFC Ajax (2000-2003)
Club América (2003-2004)
Vereniging Betaald Voetbal De Graafschap (Niederlande) (2004-2005)
Trinidad und Tobago (2005-2006)
Feynoord Rotterdam (2007)
Geboren 2. August 1942 (Rotterdam/Niederlande)
Größe -
Gewicht -

Der in Rotterdam (Niederlande) geborene Leo Beenhakker ist neben dem Teamchef der Schweden, Lars Lagerbäck, der einzige Trainer der EURO 2008 der es selber nie zum Profifußballer geschafft hatte. Aber schon in frühester Jugend hatte er den Fußball gelebt, geatmet, aber nicht so sehr als Fan einer Mannschaft, sondern mehr von einem analytischen Gesichtspunkt aus, und so war klar dass er dem Job als Fußballtrainer regelrecht verfallen war.

Seine erste Station als Trainer war dann der SC Cambuur in Leeuwarden in Friesland, ein Verein der bei Beenhakkers Amtsantritt gerade einmal acht Jahre alt war. Nach drei Jahren wechselte er zum Verein Go Ahead Eagles in Deventer, Overijssel, ein Verein mit großer Tradition und Holland und vierfacher holländischer Meister (1917, 1922, 1930, 1933).

Nachdem er bei diesen beiden Vereinen sehr gute Arbeit leistete wurde der Amsterdamer Großklub Ajax auf ihn aufmerksam und man stellte Beenhakker als Leiter der Jugendakademie ein. Drei Jahre später stieg er dann zum Chefcoach des Profikaders auf und konnte in seinem ersten Jahr gleich den Meistertitel feiern (1979/1980).

Nach zwei Saisonen in Amsterdam wagte er seinen ersten Schritt ins Ausland und trainierte für drei Jahre Real Zaragoza (Spanien). Zurück in Holland wurde er eigentlich als Betreuer des FC Volendam verpflichtet, doch nach einem katastrophalen Start in die Qualifikation für die WM 1986 in México (1:2 gegen Ungarn in Rotterdam und 0:1 gegen Österreich in Wien) wurde er 1985 als neuer „Bondscoach“ und Nachfolger von Rinus Michels vorgestellt. Von den letzten vier ausstehenden Spielen konnten drei gewonnen werden, nur Österreich konnte einen Punkt aus Holland entführen. Aber auch mit einem Sieg gegen Österreich wären die Holländer hinter Ungarn Gruppen Zweiter geworden, und so musste die „Elftal“ in ein Play-Off gegen Belgien. Das Hinspiel in Brüssel wurde mit 0:1 verloren, das Rückspiel zwar mit 2:1 gewonnen, aber durch die Auswärtstorregel durfte Belgien nach Italien fahren.

Nach der verpassten Qualifikation mit Holland ging Beenhakker abermals nach Spanien, diesmal aber zum großen Real Madrid wo er drei Jahre lang bleiben sollte. In diesen drei Saisonen konnte er „Los blancos“ jedes Jahr zum Meistertitel führen (1987, 1988, 1989), einmal zum Double (1989).

Nach diesem Aufenthalt in Madrid reiste er beinahe durch die ganze Welt, trainierte unter anderem wieder in Holland, ging nach Saudi Arabien oder nach México, wechselte in die Türkei, dann wieder zurück nach México um dann in seine Heimat zurückzukehren. Danach zog es ihn noch einmal nach México um Club América aus Ciudad de México ein zweites Mal zu trainieren.

Nachdem er in seiner Heimat für ein Jahr De Graafschap trainierte erhielt er vielleicht das ungewöhnlichste Angebot in seiner Trainerlaufbahn. Denn ein kleines Land in der Karibik, das in den letzten Jahren einige Spieler in die englische „Premier League“ entsandt hatte (Dwight Yorke, Shaka Hislop, Carlos Edwards), wollte sich zum ersten Mal für eine WM Endrunde qualifizieren. Leo Beenhakker akzeptierte dieses Angebot und führte den Inselstaat durch die CONCACAF Qualifikation auf der sie hinter den USA, Costa Rica und México Vierter wurden, Guatemala und Panama hinter sich ließen und sich so zum ersten Mal für eine WM Endrunde qualifizieren konnten.

Beim WM Turnier 2006 in Deutschland konnte Trinidad und Tobago etwas lustlos wirkenden und mit Sicherheit auch völlig überraschten Schweden ein 0:0 abtrotzen, und insbesondere der Torhüter Shaka Hislop hatte einen herausragenden Tag erwischt. Das zweite Gruppenspiel gegen England ging am Ende zwar verloren aber dennoch war auch das ein grandioser Auftritt und die Engländer schienen schon zu verzweifeln bevor Peter Crouch mit einem Kopfball das 1:0 schoss. Gegen Paraguay musste man sich mit 0:2 geschlagen geben und mit einem Punkt und keinem geschossenen Tor die Heimreise antreten, aber der Auftritt von Trinidad und Tobago bei diesem Turnier war wohl mitunter eine der größten Überraschungen.

Noch im selben Jahr wurde Leo Beenhakker dann als neuer Teamchef der Polen vorgestellt und konnte sie als Gruppenerster der Qualifikationsgruppe A souverän zur EURO 2008 führen.

Im Mai 2007 wurde er von Feyenoord als Trainer engagiert, aber nur für die Zeit der holländischen Play-Offs.

Bearbeitet von Sportredakteur Matthias
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