Fußball-Europameisterschaft 2008 | Österreich & Schweiz | 7. - 29. Juni 2008 | EURO News | EURO Forum

Ricardo

Bis zum heutigen Tage wird der Torhüter, der Ricardo genannt wird, in seiner Heimat als Fußballheld verehrt, weil er bei der EURO 2004 den entscheidenden Elfer der Engländer gehalten hatte und selber zum 6:5 traf und Portugal damit im Halbfinale stand.
Spielerdaten Ricardo
Vorname Ricardo Alexandre Martins
Nachname Soares Pereira
Land Portugal
Position Torhüter
Verein Real Betis Balompié (Spanien) (seit 2007)
bisherige Vereine Clube Desportivo Monitjo (1993-1994)
Boavista FC (1994-2003)
Sporting Clube de Portugal (2003-2007)
Geboren 11. Februar 1976 (Montijo)
Größe 188 cm
Gewicht 80 kg

Seine fußballerische Jugend verbrachte Ricardo bei seinem Heimatverein CD Montijo wo er auch ein Jahr in der Kampfmannschaft spielte, aber in den Niederungen des portugiesischen Ligafußballs. Entdeckt von Scouts des Erstligavereins Boavista wurde er von „As panteras“ unter Vertrag genommen und dort sollte er neun Saisonen spielen. Er war beinahe sofort Stammtorhüter und während seiner Zeit konnte Boavista 1997 den portugiesischen Pokal gewinnen und 2001 die Meisterschaft für sich entscheiden. In der Saison 2002/2003 spielten die „Os axedrezados“ (= die Karierten) im UEFA Cup und durch die hervorragenden Leistungen Ricardos erreichten sie sogar das Halbfinale, wo sie aber gegen Málaga ausscheiden mussten. Im Jahre 2003 wechselte Ricardo zum Hauptstadtklub Sporting wo er vier Saisonen spielen sollte. In diesen vier Jahren konnte er mit seiner Mannschaft einmal den portugiesischen Pokal gewinnen (2006/2007). Seit einem Jahr spielt er nun bei Real Betis in Sevilla (Spanien) und absolvierte dort eine solide Saison, auch wenn der Verein am Schluss nur 13. wurde.

Sein Debüt für die „Selecção“ gab er am 2. Juni 2001 in Dublin in einem WM Qualifikationsspiel gegen Irland, der damalige Stammtorwart Vitor Baía laborierte noch an einer Knieverletzung. Beim folgenden WM Turnier in Japan und Südkorea bestritt er kein Spiel als zweiter Mann hinter Baía, der aber nach dieser WM seine Laufbahn in der Nationalmannschaft beendete. Ricardo beerbte ihn im Tor der Portugiesen und sollte bei der EURO 2004 in der Heimat zu einem Star aufsteigen, als er beim Stand von 5:5 im Elfmeterschießen im Viertelfinale gegen England den Schuss von Darius Vassell ohne Handschuhe hielt, um danach den entscheidenden Elfmeter zu verwandeln und so seinem Land den Platz im Halbfinale sicherte. Dies war einer dieser Momente während eines solchen Turniers, aber Ricardo hat über den gesamten Verlauf und in jedem Spiel eine einzigartige Leistung abgegeben. Bei der darauf folgenden WM Endrunde in Deutschland wurden die Portugiesen mit nur einem Gegentor und drei Siegen souverän Gruppen Erster und trafen im Viertelfinale abermals auf England. Nach einem 0:0 nach 120 Minuten kam es wieder zum Elferschießen und Ricardo wurde seinem Ruf als „Penaltykiller“ auch hier gerecht, als er die Schüsse von Frank Lampard, Steven Gerrard und Jamie Carragher abwehren konnte. Im Halbfinale musste er nach einem Elfmeter von Zinedine Zidane  (Frankreich)hinter sich greifen und durch dieses 0:1 mussten sich die Portugiesen mit dem Spiel um Platz drei gegen Gastegeber Deutschland zufrieden geben. In diesem Spiel kassierte er drei Tore, und die zwei Schüsse vom Bayern Jungstar Bastian Schweinsteiger waren aber kaum zu halten.

Trotz etwas schwankender Leistungen nach der EURO 2004 blieb er als Nummer Eins um Tor, weil ihm Trainer Scolari vertraute und Portugal konnte sich für die EURO 2008 qualifizieren und wird dort wohl mit Ricardo als Stammtorhüter auftreten.

Bearbeitet von Sportredakteur Matthias
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