Fußball-Europameisterschaft 2008 | Österreich & Schweiz | 7. - 29. Juni 2008 | EURO News | EURO Forum

Rui Costa

Auf keinen portugiesischen Spieler der so genannten ”goldenen Generation“ trifft die Bezeichnung "Regisseur" besser als auf Rui Costa. Seine Übersicht, sein Spielwitz und seine Ideen im Mittelfeld suchen ihres gleichen und so wurde Rui Costa zu einem der besten zentralen Mittelfeldspieler Europas. Nicht umsonst wird er in seiner Heimat ”Maestro“ oder ”O número 10“ genannt.
Spielerdaten Rui Costa
Vorname Rui Manuel César
Nachname Costa
Land Portugal
Position Mittelfeld
Verein SL Benfica (seit 2006)
bisherige Vereine AD Fafe (1990-1991)
SL Benfica (1991-1994)
AC Fiorentina (Italien) (1994-2001)
AC Milan (Italien) (2001-2006)
Geboren 29. März 1972 (Lisboa)
Größe 180 cm
Gewicht 77 kg

Seine fußballerische Laufbahn begann Rui Costa im Alter von fünf Jahren, als er sich der Hallenmannschaft Damaia Ginásio Clube anschloss. Mit zehn Jahren nahm er den nächsten Schritt in Richtung Profifußball und versuchte sich bei einet Talentsichtung von Benfica. Dieses Probetraining wurde von der portugiesischen Legende Eusébio beaufsichtigt und dieser erkannte sofort das Talent und Potential das in dem jungen Rui Costa steckte. Rui Costa wurde ein Platz in der Jugendakademie von Benfica angeboten und so durchquerte er alle Jugendabteilungen des portugiesischen Hauptstadtvereins. In seinem ersten Profijahr wurde er allerdings an den AD Fafe ausgeliehen wo er Spielpraxis sammeln sollte.

Als er 1991 mit der portugiesischen U21 Nationalmannschaft Weltmeister wurde, der so genannten "goldenen Generation", und ein tolles Turnier spielte das er mit dem Siegtreffer im Finale krönte, kehrte er zurück zu Benfica. In dieser Saison verhalf er seinem Verein sofort zum Double, also zum Gewinn der portugiesischen Meisterschaft und dem Pokalsieg. Nach zwei titellosen Saisonen bei Benfica wechselte er nach Italien in die Serie A zum A Fiorentina (Italien).

Nun folgte die längste Station seiner Profikarriere, denn er spielte sieben Jahre bei der Fiorentina, konnte zwei mal mit der "Viola" die "Coppa Italia" gewinnen und wurde mehrmals zur besten Nummr 10 der Serie A gewählt. In insgesamt 240 Spielen konnte er immerhin 40 Tore erzielen.

Als der damalige Trainer der Fiorentina, Fatih Terim (Türkei), den Verein in Richtung AC Milan verließ nahm dieser Rui Costa mit, und diese Verpflichtung sollte die bis dato teuerste des AC Milan sein. Mit den "Rossoneri" gewann er 2004 den "Scudetto" also die italienische Meisterschaft, einmal die "Coppa Italia" (2003) und im selben Jahr auch die UEFA Champions League. Doch als ein brasilianisches Wunderkind namens Kaká in Mailand ankam verkürzten sich die Einsatzzeiten von Rui Costa sukzessive, der dem jüngeren Kaká immer öfter seinen Platz im zentralen Mittelfeld überlassen musste.

Unzufrieden mit seiner Situation im Norden Italiens konnte er sich mit den Verantwortlichen des AC Milan darauf einigen den Verein zu verlassen. Somit kehrte er in seine Heimat zurück und zu dem Verein dem sein Herz nach wie vor zugetan ist, Benfica. Sein größter Wunsch ist es seine Karriere in der portugiesischen Hauptstadt zu beenden.

Neben Luis Figo war Rui Costa ein wichtiger Bestandteil der "goldenen Generation" Portugals, die in darauf folgenden Turnieren, nämlich 1989 und 1991, die U21 WM gewinnen konnte. 1993 gab er dann sein Debüt in der "Selecção" und konnte in 94 Einsätzen für sein Land 26 Tore erzielen. Mit Figo und Costa als Speerspitzen der schon angesprochenen "goldenen Generation" wurde in ihrer Heimat Portugal viel erwartet, vor allem Titel wie der Gewinn der Heimeuropameisterschaft. So sehr man sich als neutraler Zuseher auch mit den Griechen freuen konnte, sollte man auf der anderen Seite die Portugiesen nicht vergessen, die aus diesem Potential wieder nicht alles schöpfen konnten und so knapp vor dem Ziel scheiterten. So kam es auch dass "O número 10" sein letztes Spiel im Finale der EM 2004 bestritt.

Bearbeitet von Sportredakteur Matthias
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