Fußball-Europameisterschaft 2008 | Österreich & Schweiz | 7. - 29. Juni 2008 | EURO News | EURO Forum

Herzog will Cordoba auslöschen

Andreas Herzog, Assistent von Österreichs Teamchef Josef Hickersberger, sieht das entscheidende dritte EM-Gruppenspiel gegen Deutschland am Montag (20.45) auch als Belohnung für die gute Arbeit einer doch unterschätzten ÖFB-Mannschaft.
Und als perfekte Gelegenheit, das Cordoba-Brimborium in die Mottenkiste der heimischen Fußball-Historie zu verbannen.

"Für mich gibt es nur zwei, die in diesem Spiel (Österreich - Deutschland) etwas zu verlieren haben: Die Deutschen und Hans Krankl, von dem dann wegen Cordoba nicht mehr so viel erwähnt werden wird", scherzte Herzog und setzte mit ernstem Unterton nach: "Ich hoffe, dass der eine oder andere Spieler zu einem neuen Helden wird. Das ist 30 Jahre her, und wir können uns nicht immer auf unserem Lorbeer ausruhen."

"Alle haben über uns gelacht, als wir auf Platz 102 in der Weltrangliste waren, hinter Ländern, die man gar nicht richtig kennt", erinnerte der ÖFB-Rekordinternationale. "Für uns ist toll, dass wir noch im Rennen sind. Es gibt eigentlich nichts Schöneres, als ein Endspiel gegen Deutschland zu bestreiten. Schöner wäre es nur, wenn wir sechs Punkte hätten und schon durch wären."

Die psychologische Ausgangslage ist für Herzog klar: "Die Deutschen haben viel, viel mehr Druck als wir. Wenn sie gegen uns verlieren, wäre es eine Riesenblamage." Freilich glaubt Herzog nicht, dass der Druck der deutschen Medien auf die DFB -Elf ein allzu großer Vorteil für Österreich sein könnte: "Wenn du ein Klasseteam bist, musst du mit Kritik umgehen können. Das zeichnet die Deutschen auch aus, das müssen wir vielleicht auch noch ein bisschen lernen."

All das seien freilich nur Gedankenspiele: "Dass wir ganz klarer Außenseiter sind, daran gibt es nichts zu deuteln", betonte Herzog.

Das Problem der mangelhaften Chancen-Auswertung in den bisherigen Spielen wollte er nicht überbewerten. "Es ist halt schon so, dass wenn ein so junger Spieler auf diesem Niveau solche Möglichkeiten hat, hin und wieder die Nerven versagen", meinte er vor allem auf Martin Harnik gemünzt. "Da müssen wir einfach noch konzentrierter sein, noch mehr an unsere Chance glauben."

Dennoch wollte Herzog "der Mannschaft ein Kompliment aussprechen, dass wir gegen Polen und Kroatien mitgehalten haben, und teilweise sogar stärker waren. Für uns ist wichtig, dass in Österreich guter Fußball gespielt werden kann. Nicht über die ganze Zeit, das ist ganz normal, weil wir einfach gegen Nationen spiele, die normalerweise schon stärker sind als wir." (Quelle:oefb)
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