Fußball-Europameisterschaft 2008 | Österreich & Schweiz | 7. - 29. Juni 2008 | EURO News | EURO Forum

Türkei qualifiziert

Die Türkei qualifizierte sich in Wien dank einem 3:1-Sieg im ersten Penaltyschiessen dieser EM zum ersten Mal für einen EM-Halbfinal und trifft am Mittwoch in Basel auf Deutschland.
Erst die letzten Spielsekunden entschädigten die 51'428 Zuschauer für ihr Kommen und Ausharren nach einer sehr schwachen Partie. Erst brachte Ivan Klasnić die Kroaten nach einem schweren Fehler von Türkei -Goalie Rüştü Reçber in der 119. Minute in Führung und vermeintlich in die Halbfinals. Doch in der Nachspielzeit der Verlängerung lancierte Rüştü Semih Şentürk mit einem Verzweiflungs-Auskick und dieser traf aus 17 Metern präzise in die linke hohe Torecke zum unglaublichen 1:1-Ausgleich. Das erste Penaltyschiessen dieser EM musste über den Halbfinal-Teilnehmer entscheiden.

Ausgerechnet die beiden "Schweizer" Ivan Rakitić und Mladen Petrić wurden in der Entscheidung vom Elfmeterpunkt zu den grossen Verlierern. Rakitic schoss neben das Tor, Petrić scheiterte an Rüştü. Und weil auch Modrić den ersten Versuch der Kroaten neben das Tor knallte, reichten den Türken die erfolgreichen Versuche von Arda Turan, Semih und Hamit Altıntop.

In einer schwachen und über weite Strecken ereignislosen Partie hätte der Sieger eigentlich nur Kroatien heissen dürfen. Doch das Team von Slaven Bilić sündigte in der Chancenauswertung schwer und beklagte dazu auch noch einen Lattenschuss von Ivica Olić. Der HSV-Stürmer brachte die präzise Hereingabe von Luka Modrić aus drei Metern nicht im offenen Tor unter (19.).

Einer der auffälligsten Spieler der Kroaten neben Pechvogel Olić war einmal mehr Ivan Rakitić: Der Ex-Basler erzeugte über die rechte Seite viel Druck, bediente in der 6. Minute Darijo Srna mustergültig von der Grundlinie, schoss in der 70. Minute nach einem Doppelpass mit Olić aus 17 Metern hoch in die Wolken und setzte Olić in der 72. Minute mit einer präzisen Flanke ein. Dessen Kopfball landete jedoch knapp neben dem türkischen Tor. Im Penaltyschiessen aber versagten die Nerven des jungen Schalkers.

Die ersatzgeschwächten Türken verzeichneten ausser drei nicht ungefährlichen Weitschüssen keine einzige herausgespielte Torchance. Sie vermochten sich gegen die kroatische Abwehr um den souveränen Hertha-Verteidiger Josip Šimunić nie durchzusetzen. Kroatien-Goalie Stipe Pletikosa blieb 90 Minuten lang nahezu arbeitslos. Im Gegensatz zu seinem türkischen Kollegen Recber Rüstü, der für den gesperrten Volkan Demirel zum Einsatz kam und sich nicht über mangelnde Arbeit beklagen konnte. Seine grösste Tat lieferte Rüştü kurz vor Schluss der normalen Spielzeit ab, als er erst einen Srna-Freistoss aus der rechten hohen Torecke herausfischte und dann auch bei einem Versuch von Olić (90.) aus fünf Metern richtig stand. Im Penaltyschiessen machte ihn die Abwehr des Versuchs von Petrić endgültig zum Helden. (quelle:sfv)
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