Fußball-Europameisterschaft 2008 | Österreich & Schweiz | 7. - 29. Juni 2008 | EURO News | EURO Forum

Vastić und Korkmaz als EM-Helden

Er teilte die Fußballnation monatelang in zwei Lager und wurde aus heimischer Sicht doch zum großen Gewinner der EURO. Ivica Vastić erzielte den einzigen rot-weiß-roten Treffer im Turnier und durfte im Spätherbst seiner Karriere noch einmal auf einer breiten Sympathiewelle schwimmen, wie er sie nur aus früheren Glanzzeiten bei Sturm Graz kannte.
Der 38-Jährige ging nicht nur als ältester Feldspieler der EM, sondern auch als Österreichs einziger bzw. ältester EM-Torschütze überhaupt in die Geschichte ein. "Die EM war für mich eine super Erfahrung", erklärte der "Superoldie", dessen Einberufung in den EURO-Kader seit Herbst 2007 leidenschaftlich diskutiert worden war.

Mit dem abgebrühten Elfmeter-Tor zum 1:1 gegen Polen in der 93. Minute rechtfertigte der gebürtige Kroate, der nur gegen Deutschland - trotz fordernder Fanchöre - nicht zum Einsatz kam, freilich das Vertrauen, das ihm Josef Hickersberger geschenkt hatte. Das 14. Vastic-Tor für Österreich hatte der Mannschaft bis zuletzt die Tür zum Viertelfinale offengehalten.

Vastić, der beim LASK einen Vertrag bis zum Sommer 2009 hat, blickte nach der 0:1-Niederlage gegen Deutschland freilich auch schon in die Team-Zukunft. "Es war wichtig zu sehen, dass diese Mannschaft Potenzial hat", erklärte er. Eine Zukunft, in der er vermutlich keine Rolle mehr spielen wird. Schon für die EM war Vastic, der bei 51 Teameinsätzen hält, aus seiner "ÖFB-Pension" geholt worden, die er im August 2005 angetreten hatte.

Während Vastic, der sich am Dienstag in den Urlaub nach Kroatien verabschiedete, den persönlichen Erfolg auf der Fußballbühne aber nicht mehr in klingende Münze umsetzen wird, wird Ümit Korkmaz zweifelsohne auch im Hinblick auf seine weitere Karriere von seinen EURO-Auftritten profitieren. Der 22-Jährige unterzeichnete zwar bereits wenige Tage vor dem EM-Start einen Vier-Jahres-Vertrag beim deutschen Bundesligisten Eintracht Frankfurt, dürfte sich nun aber weiteren Respekt erarbeitet haben.

Der Ex-Rapidler, der sich mit starken Leistungen für den Meister aus Hütteldorf empfohlen hatte, ist der Senkrechtstarter im Team. Korkmaz hatte erst im vorletzten Testspiel vor der EURO gegen Nigeria im ÖFB-Trikot debütiert, stand dann aber in allen drei Gruppenpartien Österreichs auf dem Feld. Gegen Polen und Deutschland durfte er sogar von Beginn an vornehmlich am linken Flügel wirbeln und ließ immer wieder mit gefährlichen Vorstößen in die gegnerischen Linien aufhorchen.

Mittlerweile ist Korkmaz in wenigen Wochen auch zum gesamtösterreichischen Fan-Liebling aufgestiegen. Bei der EM versuchte sich der Rot-Weiß-Rote Anhang mit hörbarer Lust an den stakkatoartigen "Ü-Ü-Ü"-Rufen von den Tribünen, die bisher nur im Hanappi-Stadion zu vernehmen gewesen waren. (Quelle:oefb)
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