Fußball-Europameisterschaft 2008 | Österreich & Schweiz | 7. - 29. Juni 2008 | EURO News | EURO Forum

Geglückter Test für Patrick Müller

Patrick Müller ist zurück. Patrick Müller darf nach seiner schweren Knieverletzung auf ein geglücktes Comeback zurückblicken. Die Begrüssung für den zurückgekehrten Abwehrchef im Cornaredo war herzlich; und der Applaus, als 77 Minuten seines Arbeitstages beendet war, euphorisch. "Müller ist ein Phänomen", lobte Jakob Kuhn seinen Abwehrchef.
"Es war nur ein Freundschaftsspiel; physisch wird die EURO andere Anforderungen stellen", relativierte Müller. Es mache ihm jedoch viel Freude in diesem Team mit "neuen Köpfen wie Gelson (Fernandes) und Gökhan (Inler)".

Gute Unterstützung

Den beiden defensiven Mittelfeldspielern schreibt Grasshoppers-Trainer Hanspeter Latour, der das Testspiel gegen die Slowaken für Radio DRS analysierte, grossen Anteil am souveränen Auftritt Müllers zu. "Er wurde von Fernandes und Inler hervorragend unterstützt und abgeschirmt. Er musste kaum in Eins-gegen-Duelle gehen", so der Berner Oberländer.

Müllers Präsenz im Abwehrzentrum der Schweizer Nationalmannschaft war bis auf die Tribüne spürbar. Sein Nebenspieler Philippe Senderos steigerte sich gegenüber der Niederlage gegen Deutschland deutlich. "Ich will auf dem Platz ein Leader zu sein", sagt Müller. Neben dem Feld sei er keiner, der viel spreche. "Als Verteidiger habe ich das Spiel vor mir und kann sehen, was auf dem Platz passiert", umschreibt er seine Rolle.

77-Minuten-Comeback

77 Minuten lang liess Nationalcoach Köbi Kuhn seinen Abwehrchef, der am Samstag sein 55. Länderspiel unter seiner Leitung absolvierte, auf dem Feld. Dann nahm Stéphane Grichting die Position des entkräfteten Lyon-Söldner ein. "Am Schluss wurde es schwierig für mich", sagte Müller, der vor ziemlich genau einem Jahr sein letztes Länderspiel gegen Argentinien (1:1) und im August seinen letzten Meisterschafts-Einsatz mit dem siebenfachen französischen Meister Lyon bestritten hat.

Keine Schmerzen im operierten Knie

"Es wird mit jedem Einsatz besser. Ich verspürte absolut keine Schmerzen in meinem operierten rechten Knie und konnte mich voll auf das Spiel konzentrieren." Müller wurde gegen die nach der Pause deutlich nachlassenden Slowaken nur in der ersten Halbzeit gefordert. 29 Ballberührungen verzeichnete er da, meistens waren es Kurzpässe zu einem Nebenspieler. Er schaltete sich aber auch bei Schweizer Eckbällen in den Angriff ein und gelangte unmittelbar nach der Pause gar zu einem Abschlussversuch mit dem Kopf, der jedoch daneben geriet.

Schmerzhafter Zusammenprall

Müller war im Spiel anzumerken, dass er sich noch nicht in enge Zweikämpfe einlassen wollte, was denn auch nur zu wenigen Duellen Mann gegen Mann führte. Und die Fans fühlten mit ihm mit. Als er nach einer Viertelstunde doch in ein Tackling steigen musste, stöhnten viele Zuschauer auf der Tribüne. "Ich zögerte einen Moment, ob ich in den Zweikampf gehen soll. Ich kann mein Knie noch nicht so biegen wie vor der Verletzung. Es tat deshalb weh, weil ich das Knie mehr gestreckt hatte als sonst", erklärte Müller den schmerzhaften Zusammenprall mit Marek Cech.

"Wichtig ist für mich, dass der Kopf frei ist. Ich kann spielen, ohne ans Knie zu denken", sagte Müller. Es ist ihm jedoch bewusst, dass er bisher erst zwei Spiele mit Lyons Reserven und ein Freundschaftsspiel bestritten hat. Müller strahlt Zuversicht aus: "Ich habe etwas müde Beine. Aber es geht immer besser, wenn man gewonnen hat. Da schlafe ich auch besser", erzählte er lachend. Als fairer Sportsmann sagte Müller auch, dass er jeden Entscheid seines Trainers akzeptieren würde, auch eine Streichung aus dem EM-Kader. Am Mittwoch wird Kuhn sein 23-Mann-Kader bekanntgeben.
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