Fußball-Europameisterschaft 2008 | Österreich & Schweiz | 7. - 29. Juni 2008 | EURO News | EURO Forum

Fabregas will gegen Deutschland erneut wirbeln

Spaniens Mittelfeldspieler Cesc Fabregas hat ganz tief in sich hineingehört vor dem EURO-Finale am Sonntag in Wien gegen Deutschland (20.45 Uhr, live in der ARD). Dabei hat er erfahren, dass die DFB-Elf eine sehr, sehr starke Mannschaft ist, und dass die Deutschen am Ende ja meist doch mit dem Pokal dastehen.
Doch er wischte all die Zweifel beiseite und sagte: "Mein Herz sagt mir, dass wir gewinnen werden."

Über den Fußballsachverstand von Fabregas' Herz ist nicht viel bekannt, die Zuversicht des spanischen Nationalspielers kommt jedoch nicht von ungefähr. Zwar fehlt der "Selección" mit David Villa der mit vier Toren erfolgreichste Stürmer der EM verletzt, doch mit Fabregas steht Trainer Luis Aragonés ein sehr guter Ersatz zur Verfügung. Das hat der Arsenal-Profi im Halbfinale gegen Russland (3:0) bewiesen.

Herausragend gegen Russland

Als Villa nach 35 Minuten mit einer Oberschenkelblessur aus dem Spiel genommen werden musste, kam Fabregas für ihn und entschied die Partie mit. Er legte zwei Tore auf, Experten sowie Medien schwärmten gleichermaßen von der Leistung des 21-Jährigen. "Er war der Mann des Spiels", lobte Real Madrids Trainer Bernd Schuster, in den Zeitungen bekam Fabregas die Bestnote. AS sah sein Spiel als "Symphonie der Kunst und Eleganz", Marca schrieb: "Er kam - und der Tanz begann."

Dabei hatte die EURO für Fabregas alles andere als leichtfüßig begonnen. Bei allen anderen Turnierteilnehmern wäre er wohl gesetzt, im herausragenden spanischen Mittelfeld fand sich aber zunächst kein Platz für ihn. Nur beim bedeutungslosen dritten Vorrundenspiel gegen die Griechen durfte Fabregas von Beginn an tanzen, ansonsten brachte ihn Aragones immer erst nach rund 60 Minuten.

Auch im Viertelfinale gegen Italien war das so, Fabregas fiel aber trotzdem eine Hauptrolle zu: Er verwandelte den entscheidenden Elfer und brachte seine Kritiker zum Schweigen. Diese hatten zuvor moniert, dass der träge Cesc der "Selección" mit dem fabelhaften "Fab" aus London nur den Namen gemein habe.

Cesc Fabregas genießt hohes Ansehen in der Mannschaft

Bei seinen spanischen Kollegen genießt Fabregas gleichwohl sehr hohes Ansehen. "Er ist brillant", lobt etwa Andrés Iniesta . Fabregas sind solche Aussagen eher peinlich, er gilt als zurückhaltender Star ohne Allüren. "Ich will den Ruhm nicht für mich, ich will den Ruhm für Spanien", sagte er vor dem Finale.

Dort will er einen persönlichen Fluch besiegen: Drei Endspiele hat er in seiner Karriere bereits verloren, darunter auch das Finale der Champions League 2006. "Es ist unser Traum, den letzten Schritt zu machen und den Pokal zu holen", sagte er.

Der Schlüssel zum Sieg liege im Mittelfeld, sagt Fabregas wenig überraschend. Deutschland sei sehr von Michael Ballack abhängig, und wenn es gelänge, den DFB-Kapitän auszuschalten, sei die Chance auf den ersten Titel seit 1964 groß. Fabregas wird also wieder eine sehr bedeutende Rolle zufallen, wenn er mit Ballack die Klingen kreuzt - was wohl sein Herz dazu sagt? (Quelle:dfb)
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