Fußball-Europameisterschaft 2008 | Österreich & Schweiz | 7. - 29. Juni 2008 | EURO News | EURO Forum

Löw - Freuen uns ungemein auf dieses Spiel

Joachim Löw hat vor dem EM-Halbfinale am Mittwoch in Basel (ab 20.45 Uhr, live im ZDF) eindringlich vor der Türkei gewarnt. "Das wird ein schwieriges Spiel für uns, und wir müssen dagegenhalten", so der Bundestrainer heute bei der täglichen Pressekonferenz in Tenero.
Den Anpfiff kann Löw, der nach seiner Sperre auf die Trainerbank zurückkehrt, kaum noch erwarten: "Wir freuen uns ungemein auf dieses Spiel."

Nach Aussage von Löw soll Torsten Frings, der sich im Gruppenspiel gegen Österreich einen Rippenanbruch zugezogen hatte, gegen die Türken zur Verfügung stehen: "Torsten Frings hat ganz normal mit einem Schutzverband trainiert. Gestern Abend hat er keine größeren Probleme gehabt. Ich gehe davon aus, dass er einsatzfähig ist." Auch sonst gibt es nach Angaben des Bundestrainers keine Verletzungsprobleme: "Alle Spieler stehen zur Verfügung. Wir können aus dem Vollen schöpfen."

Anders sieht die Situation bei den Türken aus, denen wegen Sperren und Verletzungen zahlreiche Spieler nicht zur Verfügung stehen. Kein Grund, den Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen. "Wir werden nicht überheblich sein. Bodenhaftung war in den vergangenen Tagen ein wichtiges Ziel", sagt Löw und stellte noch einmal nachdrücklich die Schwierigkeit der kommenden Aufgabe heraus: "Die Türken sind sehr euphorisch und technisch hervorragende Spieler mit unglaublicher Moral."

Auf die Tatsache, dass der Halbfinalgegner bei der EURO gleich drei Spiele in den letzten Minuten für sich entscheiden konnte, will Löw seine Mannschaft noch einmal besonders aufmerksam machen, auch wenn die Spieler natürlich bereits darüber informiert seien. "Ich werde davor warnen, dass die Türken immer daran glauben, das Spiel zu gewinnen", so Löw. Die Vorbereitung auf den Gegner sei sogar schwieriger als vor dem Viertelfinale: "Die Portugiesen waren berechenbar in ihrer Spielweise. Die Türken spielen kreativer und nicht so sehr auf Positionen bezogen."

Mit welchem System am Mittwoch agiert werden soll, ließ Löw noch offen: "Wir sind mit dem 4-5-1 gegen die Portugiesen gut gefahren. Unabhängig vom System gibt es bei uns eine klar offensiv ausgerichtete Taktik. Da spielt das System eine untergeordnete Rolle." Viel wichtiger als die Entscheidung für 4-5-1 oder 4-4-2 sei die Laufbereitschaft: "Im Spiel ohne Ball haben wir enorm gute Wege gemacht. Und das muss auch gegen die Türken so sein." Nationalspieler Per Mertesacker sieht die Diskussion gelassen: "Wie haben bewiesen, dass wir in mehreren Systemen gut spielen können."

Am Montagabend will der Bundestrainer die Mannschaft mit Informationen über die Türken versorgen. Am Dienstag sollen Einzelgespräche folgen. Bislang ist Löw mit der Vorbereitung auf das "ganz besondere Spiel" zufrieden: "Ich spüre die Konzentration und dass die Spieler sehr zielgerichtet arbeiten. Wir werden unsere Stärken hervorheben und trainieren, um die richtigen Maßnahmen gegen die Türken zu finden."

Der Fitnesszustand seines Teams bereitet Löw ebenfalls keine Sorgen: "Die Trainingssteuerung war so ausgerichtet, dass wir uns im Laufe des Turniers steigern können. Es war geplant, zuzulegen, wenn das Turnier in die Endphase geht. Wir versuchen deshalb im Training, die richtige Mischung zwischen Dosierung und Intensität zu finden."

Per Mertesacker - "Wollen unbedingt den letzten Schritt ins Finale machen"

Mertesacker ließ keinen Zweifel am Ziel der deutschen Mannschaft. "Wir wollen unbedingt den letzten Schritt ins Finale machen", sagte der Innenverteidiger von Werder Bremen, der seiner Erkältung überwunden hat.

Trotz des starken Auftritts im Viertelfinale sieht der Abwehrspieler weiterhin Steigerungsmöglichkeiten. "Wir haben gegen Portugal wieder riesige Fortschritte gemacht. Es war aber noch nicht alles perfekt", sagte Mertesacker, der sich aber dennoch am Viertelfinalspiel orientieren will. "Wir versuchen uns ähnlich zu verhalten wie gegen die Portugiesen. Wir wollen durch Laufbereitschaft und Ehrgeiz zeigen, dass wir das Spiel gewinnen wollen." (Quelle:dfb)
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