Fußball-Europameisterschaft 2008 | Österreich & Schweiz | 7. - 29. Juni 2008 | EURO News | EURO Forum

Doping: Umfangreiche Trainingskontrollen bei EM-Startern

Der Kampf gegen Doping wird bei der Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz groß geschrieben. 160 Kontrollen schon in der Trainingsphase, 124 weitere Tests im Turnierverlauf und erstmals Blut-Analysen, die auch die Einnahme von EPO und Bluttransfusionen nachweisen können, sind geplant.
Um ihre Ernsthaftigkeit im Kampf gegen die Geißel Doping zu dokumentieren, unterzeichneten die 16 EURO-Teilnehmer beim EM-Workshops in Wien am 12. März 2008 eine Antidoping-Charta. Generalsekretär Wolfgang Niersbach unterschrieb für den Deutschen Fußball-Bund (DFB).

"Wir wollen damit eine echte Duftmarke setzen und der Welt zeigen, dass wir den Kampf gegen Doping ernst nehmen", erklärte UEFA-Präsident Michel Platini. Laurentino Dias (Portugal), Vorstandsmitglied der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), meinte: "Wir sehen es mit großer Freude, dass die UEFA ein Anti-Doping-Programm aufgelegt hat, das im Einklang mit dem WADA-Code steht."

Erstmals neben Urin- auch Bluttests


Zum ersten Mal werden bei einer EM neben Urin- auch Bluttests durchgeführt. Durch knapp 300 geplante Kontrollen kann der Nachweis der Einnahme von EPO und Wachstumshormonen erbracht werden. Außerdem können auch Blutübertragungen nachgewiesen werden.

Schon während der Vorbereitung wird es unangemeldete Kontrollen geben. Jede der teilnehmenden Mannschaften wird mindestens einmal kontrolliert, wobei gleich zehn Spieler des EM-Kaders überprüft werden. Insgesamt werden somit 160 Proben entnommen, die im von der WADA akkreditierten Labor in Seibersdorf/Österreich untersucht werden. Die Tests im Vorfeld der EM-Endrunde sollen bis zum ersten Turnierspiel vorliegen.

Während des Turniers werden wie in der Vergangenheit auch pro Spiel und Mannschaft zwei Spieler und zwei Ersatzleute ausgelost. Somit wird es weitere 124 Proben geben. Zwölf Dopingkontrolleure der Europäischen Fußball-Union (UEFA) sind im Einsatz. Die während der EM-Spiele entnommenen Dopingproben werden im Labor in Lausanne untersucht. Die Ergebnisse sollen spätestens 48 Stunden nach der Entnahme vorliegen.

Im Falle eines positiven Dopingbefundes können theoretisch sogar Sanktionen gegen die jeweiligen Mannschaften verhängt werden. Dies sei allerdings abhängig von der gefundenen Substanz und davon, dass mehr als ein Spieler der Mannschaft betroffen sei, hieß es von Seiten der UEFA. Eine Entscheidung über das mögliche Strafmaß auch für das Team muss die Disziplinar-Kommission der UEFA treffen.

Platini glaubt indes nicht daran, dass im Fußball zu unerlaubten Substanzen gegriffen wird: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass es im Fußball organisiertes Doping gibt. Dazu gibt es zu viele Kontrollen, mehr als in anderen Sportarten." Ausschließen könne er aber nicht, "dass der eine oder andere ausrutscht", so "Platoche".

Niersbach ergänzte: "Weder bei der WM 2006 noch bei der EM 2004 hat es eine positive Probe gegeben, trotzdem verstärkt die UEFA ihre Bemühungen, um wirklich jeden Verdacht aus dem Weg zu räumen. Wir sehen das ohnehin gelassen, weil es bei uns nichts zu verbergen gibt." (Quelle:dfb)
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