Fußball-Europameisterschaft 2008 | Österreich & Schweiz | 7. - 29. Juni 2008 | EURO News | EURO Forum

Es kann los gehen

Endlich gehts los. Sechs Jahre nach dem EM-Zuschlag nimmt der grösste Sportanlass in der Geschichte der Schweiz und in Österreich heute mit dem Eröffnungsspiel Schweiz - Tschechien in Basel seinen sehnlichst erwarteten Anfang. Bis zum 29. Juni regiert nur noch König Fussball.
Zum zweiten Mal nach 2000 in Holland und Belgien wird die Fussball-Europameisterschaft in zwei Gastgeber-Ländern ausgetragen, 31 Spiele in Österreich und der Schweiz in acht verschiedenen Stadien. Weil sich rund 10 Millionen Menschen um viel zu wenige Eintrittskarten bemühten, wurden in grossen Städten und Gemeinden der beiden Austragungsländer zusätzliche Public-Viewings eingerichet - Orte also, an denen man die Spiele zusammen mit Tausenden von Gleichgesinnten auf Grossleinwänden mitverfolgen kann.

Völkerverbindendes Fest

Auch dank diesen zusätzlichen Möglichkeiten, die den Fussball aus den Stadien in die Herzen der Städte hinein tragen, wurde die letzte Weltmeisterschaft vor zwei Jahren in Deutschland zu einem beispiellosen Grosserfolg. Die Organisatoren in der Schweiz und Österreich hoffen nun, die damalige Euphorie zu neuem Leben erwecken und die beiden Länder im Herzen Europas in eine friedliche und völkerverbindende Festhütte verwandeln zu können.

Wetter, Sicherheit und das eigene Team

Eine derartige, stetig zunehmende Euphorie ist allerdings von zahlreichen unvorhersehbaren und zum Teil auch nicht planbaren Faktoren abhängig. Das Wetter muss mitspielen, die Sicherheit der hunderttausenden Gäste aus allen europäischen Ländern muss gewährleistet sein und schliesslich steht auch das Abschneiden der eigenen Equipe im Fokus. Die Ausrichternationen Schweiz und Österreich sowie die 14 qualifizierten europäischen Top-Teams werden Milliarden von Zuschauern vor den Bildschirmen und in acht zum Teil neuen oder mit grossem finanziellen Aufwand renovierten Stadien eine mitreissende Fussballshow bieten.

Nur England und Dänemark fehlen

Mit Ausnahme des Fussball-Mutterlands England und von Dänemark, dem überraschenden Europameister von 1992, sind sämtliche Spitzennationen und früheren Titelträger an der 13. EM vertreten. Die 16 Mannschaften bilden ein selten ausgeglichenes Teilnehmerfeld ohne klaren Top-Titelanwärter, aber mit zahlreichen Geheimfavoriten und einigen gefährlichen Aussenseitern.

Quartett in der Pole-Position

Gelingt es nach 1992 in Schweden (Dänemark) und 2004 in Portugal (Griechenland) erneut einem krassen Aussenseiter, den Titel zu gewinnen oder wird heuer die Hierarchie wieder hergestellt? In der Pole-Position stehen Weltmeister Italien, der "ewige" Titelanwärter Spanien, der einzige dreimalige Titelgewinner Deutschland oder der vor vier Jahren von den Griechen überraschend entthronte ehemalige Welt- und Europameister Frankreich.

Gefährliche Aussenseiter

Am ehesten bedrängt werden die Top-4 von den Niederländern sowie dem letzten Finalverlierer und Schweizer Gruppengegner Portugal. Aber bei einer EM mit den 16 besten Mannschaften Europas ist die Leistungsdichte enorm, und so sind auch allen anderen Teams zumindest einzelne Überraschungen zuzutrauen. Kroatien wird häufig als Geheimfavorit genannt, Guus Hiddinks Russen ebenfalls.

Und die Schweiz...?

Was ist von den Teams der beiden Gastgeberländer zu halten? Im europäischen Ranking liegen sie unter allen Teilnehmern auf den Plätzen 15 (Schweiz) und 16 (Österreich). Nur in den ersten Jahren der EM-Geschichte vermochten Gastgeber das Turnier zu gewinnen. Trotzdem hegt zumindest die Schweiz grosse Ambitionen. Schon seit Jahren spricht man vom Titelgewinn. Wichtig ist der Auftakt am Samstag gegen Tschechien. Ein Sieg, es wäre der erste überhaupt an einer EM, könnte dem Team von Jakob Kuhn, der nach der EURO 2008 in den verdienten Ruhestand treten wird, zu einem im ganzen Land erhofften Höhenflug mit unbestimmtem Zeitpunkt der Landung verhelfen.

Kuhn, dem mit drei grossen Turnierteilnahmen in Folge erfolgreichsten Schweizer Nationaltrainer aller Zeiten, der Mannschaft mit vielen hochtalentierten Spielern, den Schweizer Fussballfans und dem EM-Turnier wäre es zu gönnen. Einer in der Schweiz noch nie dagewesenen Euphorie würde dann nichts mehr im Wege stehen. (Quelle:football.ch)
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