Fußball-Europameisterschaft 2008 | Österreich & Schweiz | 7. - 29. Juni 2008 | EURO News | EURO Forum

Köbi Kuhn - EM für uns noch nicht vorbei!

Der Schweizer Nationalcoach Köbi Kuhn zeigte sich Minuten nach der EM- Startniederlage gegen Tschechien bereits wieder zuversichtlich: "Portugal hat vor vier Jahren das Startspiel als Gastgeber ebenfalls verloren und kam noch in den Final."
Kuhn sagte an der Medienkonferenz im St.-Jakob-Park, dass er seiner Mannschaft zur Leistung gegen Tschechien gratuliert habe. "Meine Spieler können das Stadion erhobenen Hauptes verlassen. Ich war mehr als zufrieden mit der Leistung des gesamten Teams. Wir hatten genügend Chancen für ein ausgeglichenes Ergebnis oder gar für einen Sieg. Fussball ist oft nicht gerecht. Für uns ist nur dieses Spiel vorbei, nicht aber die EM. Jetzt gilt es, das Mittwoch-Spiel gegen die Türkei seriös vorzubereiten. Viel trinken, sofort etwas essen, genügend schlafen und dann das erste Spiel abhaken."

Frei-Verletzung ein Schock

Die Verletzung von Alex Frei kurz vor der Pause sei natürlich ein Schock gewesen. "Die Mannschaft wusste jedoch, dass die Partie noch nicht vorbei ist. Es ist fatal, den Captain auf diese Weise im ersten Spiel zu verlieren. Ich hoffe einfach, dass die Verletzung nicht allzu gravierend ist. Natürlich mache ich mir nun schon einige Sorgen für die nächste Partie, aber so ist Fussball." In einer ersten Reaktion nach der Verletzung Freis habe er Eren Derdiyok einwechseln wollen, dann aber habe er sich für Hakan Yakin entschieden. "Wir fragten uns in der Pause, wie lange Marco Streller noch durchhalten würde und entschieden uns dann, Derdiyok noch etwas zurückzuhalten."

"Es ist noch keine Entscheidung gefallen"

Ob die EM für die Schweiz nach dieser Niederlage bereits gelaufen sei, wurde Kuhn von einem ausländischen Journalisten gefragt. Kuhn: "Die Wahrscheinlichkeit, im Turnier zu bleiben, ist mit dieser Niederlage logischerweise nicht grösser geworden. Ich möchte Sie aber daran erinnern, dass Portugal vor vier Jahren sein Startspiel gegen Griechenland auch verloren hat und dennoch den Final erreichte. Auch für uns ist immer noch alles möglich, wir geben sicherlich noch nicht auf. Es ist noch keine Entscheidung gefallen."

Mit der Leistung von Patrick Müller und Tranquillo Barnetta zeigte sich der Schweizer Coach zufrieden: "Der Einsatz hat sich gelohnt, beide haben eine gute Leistung gezeigt. Mehr war und ist von ihnen nicht zu erwarten. Wir können in den nächsten Spielen darauf aufbauen."

Hakan Yakin: "Wir versuchten, in der zweiten Halbzeit auch ohne Frei den Druck hoch zu halten. Das ist uns gut gelungen. Wir dominierten das Spiel. Die Tschechen hatten eineinhalb Torchancen und nutzten eine. Das zeichnet eine Klassemannschaft aus. Ich müsste das Tor machen. Aber auch Portugal verlor 2004 das Auftaktspiel und erreichte noch den Final."

Johan Vonlanthen (zu seinem Lattenschuss): "Der Ball sprang etwas hoch, und ich war überrascht. Wir hatten eben noch einen Penalty reklamiert. Ich schoss sofort. Alles lief etwas komisch; das Glück war nicht mit uns."

Diego Benaglio: "Das ist eine bittere Niederlage. Wir hatten viele Torchancen, aber irgendwie wollte der Ball nicht rein. Das Tor fiel in einer Phase, als wir das Spiel kontrollierten. Wir sind als Mannschaft sehr gut gestanden und zeigten im Grossen und Ganzen ein gutes Spiel. Jetzt müssen wir diese Parte schnell abhaken und am Mittwoch gegen die Türkei einen Sieg einfahren."

Karel Brückner (Coach Tschechien): "Wir haben eine gute Leistung abgeliefert und dieser Sieg ist wichtig für die weitere Entwicklung in dieser Gruppe. Ganz optimal war die Leistung aber nicht, wir müssen noch einiges besser machen. Trotz dem Starterfolg denke ich nicht, dass wir die Gruppe gewinnen werden. Die Schweiz hat nach dem 0:1 einige Gänge höher geschaltet, wir konnten aber mit unserer starken Defensive dagegen halten. In den nächsten beiden Partien dürfen jedoch einige Schnitzer in der Angriffsauslösung nicht mehr passieren."

David Jarolím (Tschechien): "Wir sind zufrieden mit dem Sieg und dem zu Null. Mit dem Spiel können wir jedoch nicht zufrieden sein. Die Schweiz machte viel Dampf; wir waren heute glücklicher. Aber am Ende zählen nur die Punkte."

Vaclav Svěrkoš (Torschütze für Tschechien): "Das Tor fiel nach einer Ecke für uns. Der Ball kam über die Schweizer Abwehr, und ich stand plötzlich alleine vor dem Tor. Ich schoss sehr schnell, habe den Ball aber nicht richtig getroffen. Ich wollte Vollspann schiessen und nicht mit dem Aussenrist."

Tomáš Ujfaluši (Tschechien-Captain und Mann des Spiels): "Wir haben noch einige Fehler gemacht und Schwächen gezeigt. Die Defensiv-Strategie ist aber aufgegangen. Die Abwehr stand sehr sicher. Wir warteten einfach auf unsere Chance und konnten sie dann nutzen. Ob es ein Hands von mir war in der Schlussphase, will ich nicht entscheiden. Das ist Sache des Schiedsrichters und er hat entschieden, dass es keines war. Solche Situationen passieren immer wieder. Ich warf mich in den Schuss und der Ball traf mich an der Hand. Ich konnte nichts machen." (Quelle:dfb
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