Fußball-Europameisterschaft 2008 | Österreich & Schweiz | 7. - 29. Juni 2008 | EURO News | EURO Forum

Schweiz - Höhere Ziele im Sinn

Die zweijährige Phase der Testspiele hat für die Schweiz ein Ende: Ab Samstag stehen ausschliesslich Fakten im Vordergrund. Spekuliert wird nur noch bis zum Tag des Eröffnungsspiels gegen die Tschechen.
Das Duell mit der Nummer 6 der FIFA-Rangliste stufen ausnahmslos alle Beteiligten als kursweisend ein. Vom ersten Resultat hängt massgeblich ab, mit welcher Strategie die Schweizer den Türken und Portugiesen zu begegnen haben.

Eine Aussage von Captain Alex Frei dokumentiert den monumentalen Stellenwert der Ouvertüre: "Dieses Spiel wird jedem Einzelnen für immer in Erinnerung bleiben." Der Rekordtorschütze wünscht sich für das emotional bedeutendste Fussball-Rendez-vous in der Schweiz seit der WM vor 54 Jahren ein nationales Zusammenrücken: "Wir müssen alle zusammen eine Einheit bilden."

Optimale Lancierung mit einem Sieg

Im Zentrum der semi-globalen Fussball-Öffentlichkeit und vor einer TV-Rekordkulisse könnten die Schweizer mit einem Sieg die dreiwöchigen Festspiele optimal lancieren. Alle Optimisten und auch die Skeptiker dürften in den St.-Jakob-Park nach Basel blicken, wo die SFV-Auswahl innerhalb von neun Tagen auf drei Teams der Top 20 der Weltrangliste treffen wird. Eine Anlaufzeit gibt es nicht. Etwas überspitzt formuliert beginnen die Schweizer dort, wo sie an der WM in Deutschland ausgeschieden sind - im Feld der besten 16 Teams.

Fortschritt und ein Fragezeichen

Die Mannschaft von Jakob Kuhn verfügt über sportliche Qualitäten und Erfahrung: Immerhin gehörten zehn Spieler der 23er-Selektion bereits an der EURO 2004 in Portugal und an der WM 2006 zum Nationalmannschafts-Kader. Alex Frei ist innerhalb der letzten vier Jahre zum internationalen Top-Stürmer aufgestiegen. Der erst 23-jährige Tranquillo Barnetta bestreitet bereits sein drittes grosses Turnier.

Kein olympisches Motto

Barnetta steht für die Jugend im Team und verkörpert auch die Fortschritte dieser zukunftsträchtigen Equipe. Ohne die drei Routiniers Frei (29), Patrick Müller (31) und Ludovic Magnin (29) würde der Altersdurchschnitt der zu erwartenden EM-Startformation auf beachtlich tiefe 23,3 Jahre sinken. Die vielen Aufsteiger leben nicht nach dem olympischen Motto "Dabei sein ist alles", sie haben höhere Ziele im Sinn. Das "Erlebnis" Vorrunde genügt ihnen nicht.

Trotz der jugendlichen Ausrichtung der Mannschaft sind weder falsche Ehrfurcht noch Nervosität zu erwarten. Professionals wie Philippe Senderos (Arsenal), Gökhan İnler (Udinese), Valon Behrami (Lazio), Gelson Fernandes (Manchester City) oder Stephan Lichtsteiner (Lille) haben in europäischen Top-Ligen die Fussball-Prominenz persönlich und ausreichend kennen gelernt. Für sie ist der Auftritt auf der kapitalen Bühne nicht mit einem Kulturschock verbunden.

Die Selbsteinschätzung

Im Verlauf der knapp dreiwöchigen Trainingsphase im Tessin und in Freienbach vermittelte die Schweizer Auswahl den Eindruck, die eigene Verfassung sehr präzise einschätzen zu können. Alle fokussierten sich auf die tägliche Arbeit auf dem Rasen. Und auch die Siege gegen die Slowakei und Liechtenstein wurden richtig eingeschätzt.

Die lauten Töne überlassen die Einheimischen derzeit generell der Konkurrenz. Entsprechenden Fragen der internationalen Journalisten, wo sich die Schweizer in der Gruppe A einstufen würden, wichen sie geschickt aus. Auf dem Feld der Spekulanten und Prognostiker beanspruchten die Schweizer in den letzten Tagen vor dem EM-Kick-off keinen Stammplatz. Frei sagte nur: "Für eine Halbfinal-Teilnahme unterschreibe ich, für das Ausscheiden nicht." (Quelle:sfv)
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