Fußball-Europameisterschaft 2008 | Österreich & Schweiz | 7. - 29. Juni 2008 | EURO News | EURO Forum

Griechen und Russen kämpfen um ihre letzte Chance

Otto Rehhagel steht mit Fußball-Europameister Griechenland vor dem zweiten Gruppenspiel gegen Russland am Samstag (ab 20.45 Uhr, live im ZDF) in Salzburg schon mit dem Rücken zur Wand. Nur ein Sieg erhält dem Titelverteidiger nach der Grusel-Vorstellung beim 0:2 gegen Schweden noch eine realistische Chance auf den erneuten Viertelfinaleinzug.
Dafür muss "Rehakles " allerdings über seinen Schatten springen und sein Team deutlich offensiver aufs Feld schicken. "Ich denke, die Taktik wird gegen Russland eine andere sein als gegen Schweden ", sagt Kapitän Angelos Basinas. Mittelfeldstratege Konstantinos Katsouranis wird noch deutlicher: "Wir müssen offensiver spielen, sonst sind wir draußen."

"Spiel verloren, aber nicht den Krieg"

Auch Abwehr-Hüne Sotirios Kyrgiakos, aus seiner Bundesliga-Zeit bei Eintracht Frankfurt eher als Schweiger bekannt, findet markige Worte: "Wir haben ein Spiel verloren, aber noch nicht den Krieg. In der Qualifikation haben wir 1:4 gegen die Türkei verloren und uns danach ohne Niederlage für die EM qualifiziert. Wir können mit dem Druck umgehen und wir wissen alle, worum es geht."

In die nach der Steinzeit-Taktik gegen Schweden in Griechenland aufgekommene Diskussion über Rehhagels Defensiv-System mischt sich Kyrgiakos aber nicht ein: "Über die Taktik entscheidet allein der Trainer. Sie hängt auch vom Spielverlauf ab."

Aus der Heimat waren bereits Forderungen nach mehr Offensivgeist gekommen. "Es ist leicht, nach einem verlorenen Spiel an Spielern, Trainer und Taktik herumzukritisieren. Wir müssen jetzt ruhig bleiben und zu unseren Stärken zurückfinden", sagt Basinas.

In der Qualifikation, als die Griechen mehr Punkte (31) holten als alle anderen Mannschaften, hatten sie deutlich offensiver gespielt. Im Bundesliga-Trio Angelos Charisteas, Theofanis Gekas und Ioannis Amanatidis hätte Rehhagel auch drei gute Angreifer zur Verfügung.

Doch gegen Schweden hatte er anstatt auf seine einst in der Bundesliga berühmte "kontrollierte Offensive" auf den rustikalen Retro-Riegel vom EM-Triumph 2004 zurückgegriffen - und war damit baden gegangen.

Die Kehrtwende muss Hellas jetzt ausgerechnet gegen Russland schaffen, gegen das es schon vor vier Jahren bei der EM in Portugal die einzige Niederlage (1:2) gegeben hatte. Nur durch den Ehrentreffer von Zisis Vryzas kurz vor der Pause war die Rehhagel-Elf damals doch noch ins Viertelfinale gekommen. In bislang acht Spielen gegen die "Sbornaja" gab es nur einen Sieg, und der liegt bereits fast 15 Jahre zurück (17. November 1993, 1:0 in Saloniki).

Hiidink bangt um Pawljutschenko

Auch für die Russen ist die Partie nach der 1:4-Pleite gegen Spanien bereits ein "Endspiel". "Wir müssen die Griechen nach Hause schicken. Das erwarten auch unsere Fans", sagt Kapitän Sergei Semak : "Noch ist nichts verloren. Wir können weiterhin das Viertelfinale erreichen."

Trainer Guus Hiddink kündigte bereits an "nicht viel" zu ändern. "Denn wir haben nicht so einen großen Kader", sagte der Niederländer. Nach dem vorzeitigen EM-Aus für Torjäger Pavel Pogrebnyak (Meniskusverletzung) bangt er jetzt auch um dessen Ersatz Roman Pavlyutchenko (Adduktorenprobleme), der gegen Spanien das Ehrentor erzielt hatte. Stürmerstar Andrei Arshavin ist noch gesperrt.

"Gegen Spanien waren wir zu naiv. Ich hoffe, dass meine Mannschaft schnell lernt", sagte Hiddink, der defensive Griechen erwartet: "Sie haben viel Turniererfahrung, das haben sie uns voraus. Sie werden tief stehen, es wird schwer, diese Mauer zu durchbrechen." (Quelle:dfb)
« zurück
test