Fußball-Europameisterschaft 2008 | Österreich & Schweiz | 7. - 29. Juni 2008 | EURO News | EURO Forum

Hamit Altintop fordert Reaktion

Gegen die Portugiesen missriet den Türken fast ausnahmslos alles. Vom 0:2 lässt sich Hamit Altintop aber nicht verunsichern. Der 25-jährige Bayern-Professional rechnet im kursweisenden Duell mit der Schweiz mit einer "spürbar anderen Einstellung".
Der gebürtige Deutsche zweifelt keine Sekunde an der mentalen Stärke seiner Equipe. Polemik wegen der überraschenden taktischen Massnahmen von Fatih Terim oder zur Istanbuler Treibjagd in der WM-Barrage vor drei Jahren blockt Altıntop clever ab: "Das beschäftigt mich nicht." Nach einer starken ersten Saison in München, die mit dem Double-Gewinn endete, will der 43-fache Internationale auch auf der EM-Bühne für Schlagzeilen sorgen. Mit der Teilnahme allein begnügt er sich nicht. In der EM-Broschüre des Verbands formulierte Altintop seine Überzeugung handschriftlich: "Mit unserem Willen können alles erreichen."

Am Mittwoch steht Ihnen bereits eine Partie mit Finalcharakter bevor. Weder die Türken noch die Schweizer dürfen sich eine zweite Niederlage erlauben. Wer hält die besseren Karten in der Hand?

Hamit Altintop: "Wir Türken haben selber sehr hohe Erwartungen. Dass wir am Mittwoch unbedingt gewinnen wollen und müssen, ist klar. Der Heimvorteil der Schweizer könnte auch ein Nachteil sein. Der Druck für das Heimteam kann rasch ansteigen, wenn es nicht wie gewünscht läuft. Das sah man beim 1:0 der Tschechen."

Nicht wunschgemäss verlief auch der Start Ihrer Equipe. Was hat gegen Portugal (0:2) nicht funktioniert?

Altintop: "Für viele im Team war es das erste Spiel auf diesem Niveau. Das spürte man. Wir wussten nicht genau, wo wir wirklich stehen. Vielleicht begegneten wir den Portugiesen mit zu viel Respekt. Die Nervosität war zu gross. Aber diese Gefühle haben wir jetzt abgestreift. Das passiert uns nicht nochmals."

Die Schweizer haben mit Alex Frei ihre Galionsfigur verloren. Wie sehr wird sich dieser Ausfall auswirken? Ändert Freis Absenz etwas an der Ihrer Einstellung?

Altintop: "Wir gehen so ins Spiel, dass wir unsere Stärken in den Vordergrund rücken können. Alex ist ein starker Spieler, keine Frage, alle kennen ihn ja bestens aus der Bundesliga. Die Schweizer Mannschaft ist gut, aber der Verlust ihres Captains wird sie spüren."

Gökhan Zan fällt aus, Servet ist ebenfalls stark angeschlagen. Erwarten Sie weitere Umstellungen?

Altintop: "Ich denke nicht, dass sehr viel verändert wird. Eventuell gibt es Ausfälle. Aber letztlich ist eigentlich egal, wer auf dem Platz steht. Ändern wird vor allem die Einstellung."

Wie meinen Sie das?

Altintop: "Uns ist wichtig, wie wir uns präsentieren. Unsere Anhänger und wir erwarten eine Reaktion. Im 1. Spiel kam von uns zu wenig, das ist klar. Das muss anders werden."

Sie spielten auf der für Sie ungewohnten Position des Aussenverteidigers. Nach dem Spiel wollten Sie diese überraschende taktische Massnahme nicht kommentieren.

Altintop: "Der Trainer und ich stehen ja in einem engen Kontakt. Er kennt mich. Wir können auch während des Spiels einmal etwas ändern. Ich denke, dass ich gegen die Schweizer wieder im Mittelfeld spielen werde."

2005 endete die WM-Barrage zwischen der Türkei und der Schweiz im Tumult. Kommen Ihnen die Bilder der Schlägereien automatisch wieder in den Sinn?

Altintop: "Für mich ist diese Sache überhaupt kein Thema mehr. In unserem Team sind auch nur noch wenige Spieler dabei, die selber betroffen waren. Es wird sicher wieder viel darüber geschrieben, das ist absehbar. Aber wissen Sie, so etwas wünscht sich niemand mehr. Ich bin auch überzeugt, dass es nicht mehr vorkommen wird." (Quelle:sfv)
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