Fußball-Europameisterschaft 2008 | Österreich & Schweiz | 7. - 29. Juni 2008 | EURO News | EURO Forum

Ivanschitz und Linz sahen Ausgleich gegen Polen von der Bank

Zwei Spieler, die noch unmittelbar vor Beginn der EURO 2008 als Fixposten im österreichischen Fußball-Nationalteam gegolten haben, mussten am Donnerstag beim 1:1 gegen Polen vorzeitig das Feld verlassen.
Kapitän Andreas Ivanschitz und Goalgetter Roland Linz wurden von Teamchef Josef Hickersberger nach rund einer Stunde beim Stand von 0:1 vom Platz genommen.

Beiden war bei ihrer Auswechslung der Unmut anzusehen, dennoch überwog nach Schlusspfiff die Freude über das in letzter Sekunde sichergestellte Remis. So meinte etwa Linz: "Gott sei Dank haben wir noch das Unentschieden gerettet." Bei seinem Abgang zischte der Portugal-Legionär dem Teamchef mit verärgerter Miene ein paar Sätze zu, wobei der Steirer nach eigenen Angaben aber nicht ausfällig wurde. "Es war nichts Negatives, was ich gesagt habe, und mehr gibt's dazu nicht zu sagen."

So wie Linz wäre auch Ivanschitz gern länger auf dem Platz geblieben. "Natürlich ist man nach einer Auswechslung enttäuscht. Ich hätte gern weitergespielt, vor allem, wenn man 0:1 hinten ist und noch einwirken will." Der Burgenländer hatte vermutet, dass nicht er, sondern ein Abwehrspieler dem späteren Torschützen Ivica Vastić weichen müsste. "Ich hätte gedacht, dass wir die Viererkette früher auflösen und mehr riskieren. Aber unter dem Strich hat der Teamchef alles richtig gemacht, es ist alles aufgegangen."

Ivanschitz sah auch ein, dass eine "Hollywood-Variante" mit zwei Stürmern, Korkmaz sowie ihm und Vastić auf dem Rasen einen gegenteiligen Effekt hätte bewirken können. "Vielleicht wäre das nach hinten los gegangen und wir hätten ein zweites Tor kassiert. So haben wir die Balance im Spiel gehalten."

Die starke Leistung der ÖFB-Auswahl vor allem in den ersten 30 Minuten war für den Mittelfeldspieler ein Beweis, dass Österreich mit dem am Donnerstag praktizierten 4-4-2-System besser umgehen kann als mit der 3-5-2-Variante vom Kroatien-Match. "Grundsätzlich sind wir besser platziert, in der Defensive kompakter und in der Offensive gefährlicher, wenn wir ein 4-4-2 spielen."

Diese Spielanlage wird im Entscheidungsmatch gegen Deutschland wohl allein schon deshalb zum Einsatz kommen, weil Sebastian Prödl gesperrt ist. Das Fehlen des Innenverteidigers schmälert den Optimismus von Ivanschitz aber nicht. "Die Deutschen haben viel mehr Druck als wir. Wir können mehr oder weniger befreit aufspielen. Wir haben schon im Februar gezeigt, dass wir gegen die Deutschen Chancen herausspielen können. Damals haben wir sie leider nicht genützt und 0:3 verloren, aber das passiert uns sicher nicht noch einmal", versprach der 24-Jährige, der sich für die kommenden Tage "eine enorme Euphorie" erwartet. "Es ist toll, wenn ganz Österreich hinter uns steht."

Laut Ivanschitz hätte die ÖFB-Elf neben dem Strafstoß in der 93. Minute noch einen weiteren Penalty zugesprochen bekommen müssen, als er zu Beginn der zweiten Hälfte von Golański im Strafraum zurückgehalten wurde. "Für mich war es ein ganz klarer Elfer. Es war irgendwie eine komische Situation. Er hat mich gezogen, ich wollte noch irgendwie vorbeikommen und dann schießen, bin aber gestolpert", schilderte der Panathinaikos-Legionär die Szene. (Quelle:oefb)
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