Fußball-Europameisterschaft 2008 | Österreich & Schweiz | 7. - 29. Juni 2008 | EURO News | EURO Forum

Kroatiens Star Luka Modric will gegen DFB-Auswahl zaubern

Luka Modric ist der neue Star der kroatischen Nationalmannschaft. Von vielen Experten wird er bereits mit dem früheren niederländischen Spitzenspieler Johan Cruyff verglichen. Und das nicht nur wegen des ähnlichen Aussehens und der Rückennummer 14.
Beim 1:0-Auftaktsieg der Kroaten gegen Österreich hat Modric per Strafstoß den Erfolg gesichert, am Donnerstag (ab 18 Uhr, live im ZDF) will er gegen Deutschland in Klagenfurt auch die Qualitäten zeigen, die ihn in der Heimat zum "jungen Cruyff" machten. Experten wie Mitspieler schwärmen gleichermaßen von ihm, immer wieder fällt dabei der Name des früheren Weltklassespielers.

"Es ist ein Genuss, Luka zuzuschauen. Er erinnert an Cruyff", sagt Teamkollege Ivan Klasnic, Trainer Slaven Bilic meint: "Er ist weltklasse. Ich erwarte, dass er der beste Spieler dieses Turniers wird." Der frühere Stürmerstar Davor Suker nennt Modric einen "Mann für Real Madrid", und der frühere Nationaltrainer Miroslav Blazevic sagt: "Österreich hat Mozart, wir haben Modric!"

Modric wiegelt ab

Dem kleinen Regisseur (1,72m) ist der Vergleich peinlich, er redet nicht gerne, schon gar nicht über sich selbst. "Ich habe mal zufällig die Nummer "14" bekommen. Seitdem werde ich mit Cruyff verglichen - auch äußerlich. Dabei ist das doch Zufall", sagt er.

Alles andere als zufällig wirken seine Aktionen auf dem Platz. Modric ist ein beidfüßiger Stratege, technisch herausragend und wie "König Johan" spielintelligent und elegant. Sein Schuss ist eine Waffe, die speziell bei Standardsituationen zur Geltung kommt. "Er kann alles und geht sogar aggressiv in die Zweikämpfe", hat sein frühere Zagreber Teamkollege Jens Nowotny beobachtet. Seinem neuen Klub Tottenham Hotspur war der 22-Jährige 21 Millionen Euro wert.

Dabei schien die Karriere des Wirbelwindes zu Ende, ehe sie begonnen hatte. "Ein Kind voller Furcht", nennt sein erster Trainer den 7-jährigen Luka, der mit seiner Familie vor dem Bürgerkrieg floh. Modric knabbert lange an den Folgen des Krieges, mit 10 wird er von Hajduk Split als "zu schwach" abgelehnt.

Auch als er mit 16 zu Dinamo Zagreb wechselt, wartet er lange vergeblich auf den Durchbruch. Zweimal wird er ausgeliehen, doch er kämpft sich zurück - und führt Dinamo als kongenialer Partner von Stürmer Eduardo dreimal zur Meisterschaft.

"Tottenham ist perfekt für Luka"

Bei der WM 2006 kommt er zu zwei Kurzeinsätzen, die Späher der Spitzenklubs haben ihn längst in ihren Notizblöcken. Modric' Mentor Bilic rät ihm aber zu den Spurs. "Tottenham ist perfekt für Luka. Dort kann er sich an die Premier League gewöhnen", sagt der Coach.

Vor dem Umzug nach London soll Modric noch bei der EURO zaubern und Kroatien gegen die DFB-Auswahl zum zweiten Sieg führen. "Wir haben großes Selbstvertrauen und werden das gegen Deutschland beweisen", kündigt er an. Wenn er über seine Mannschaft spricht, vergisst er die Bescheidenheit. "Was unsere Helden bei der WM 1998 mit Platz drei erreicht haben, können wir auch schaffen", fügt er hinzu. (Quelle:dfb)
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