Fußball-Europameisterschaft 2008 | Österreich & Schweiz | 7. - 29. Juni 2008 | EURO News | EURO Forum

Kuhn schaut vorwärts

Nationaltrainer Köbi Kuhn will sich am Sonntag gegen Portugal mit einer tadellosen Leistung von der EM verabschieden. Es sei jetzt nicht der Zeitpunkt, um Bilanz zu ziehen, sagte Kuhn 14 Stunden nach der Niederlage gegen die Türkei.
Er will vielmehr am Sonntag gegen Portugal den ersten Schweizer Sieg an einer EM-Endrunde anpeilen.

Kuhn: "Ja, daran habe ich trotz dem aktuellen Bedauern über das Ausscheiden auch schon gedacht. Es ist klar noch unser Ziel, das erste Spiel an einer EM zu gewinnen. Wir werden es mit allen Mitteln versuchen und vielleicht kommt uns dabei entgegen, dass Portugal bereits für die Viertelfinals qualifiziert ist."

Was fehlte in den beiden Spielen gegen Tschechien und die Türkei?

Kuhn: "Das ist sehr einfach: Wir haben die Tore nicht geschossen. Uns fehlte die Effizienz vor dem gegnerischen Goal, denn wir besassen in beiden Spielen genügend Möglichkeiten. Mit dem Leistungsniveau meiner Mannschaft bin ich hingegen sehr zufrieden. Sie hat in diesen Wochen gut und hart gearbeitet. Es ist sehr hart für uns, das Turnier am Sonntag schon beenden zu müssen."

Sie streben mit Ihrer Mannschaft stets das Maximum an. Wie weit entfernt von diesem Maximum war das Team in den beiden Spielen?

Kuhn: "Sie war nicht weit entfernt davon. Wir trafen auf die besten Teams der Welt und befanden uns auf Augenhöhe mit ihnen. Es hat nicht an der Leistung gemangelt, nur die Resultate stimmten nicht."

Wenn man die beiden Teams der letzten WM- und der aktuellen EM-Kampage miteinander vergleicht. Sehen Sie einen Unterschied?

Kuhn: "Von der Spielstärke her hatten die beiden Teams das gleiche Niveau. Nicht neu ist aber, dass es schwieriger ist, an einer EM zu bestehen. Mit etwas Losglück kann man an einer WM auf Gegner aus Asien oder Afrika treffen, die nicht gleich stark sind wie Portugal, Tschechien oder die Türkei."

Wollen Sie Ihrem Nachfolger Ottmar Hitzfeld einen Ratschlag für die Zukunft mitgeben?

Kuhn: "Ich denke nicht, dass dies der Moment ist, um Hitzfeld Ratschläge zu erteilen. Er verfolgte unsere Spiele genau und kennt auch die Spieler bestens. Ich bin sicher, ihm ein Team zu übergeben, mit dem er weiterarbeiten kann."

Erlebten Sie am Mittwoch die grösste Enttäuschung Ihrer Trainerkarriere?

Kuhn: "Ich bin nicht frustriert und kenne den Fussball bestens. Ich kenne mein Leben und jenes der Spieler. Gestern (Mittwoch) war ich noch riesig enttäuscht, morgen machen wir uns daran, das Spiel gegen Portugal vorzubereiten."

Sind in dieser Partie, in der es um nichts mehr geht, Wechsel zu erwarten? Kommt beispielsweise Pascal Zuberbühler zu seinem Abschiedsspiel?

Kuhn: "Wir sind es dem Publikum schuldig, uns mit einer tadellosen Leistung gegen Portugal zu verabschieden. Es wird bestimmt kein Jekami-Spiel geben, obwohl das gegenüber unseren Ersatzspielern keine korrekte Bezeichnung ist. Allfällige Wechsel will ich jetzt keine ankündigen. Wir müssen noch die eine oder andere Verletzung abwarten. Ich gehe aber ganz bestimmt mit einem kompetitiven Team auf den Platz."

Beschäftigen Sie sich in Gedanken jetzt auch schon mit dem Ende Ihrer Karriere?

Kuhn: "Nein, das Karrierenende beschäftigt mich jetzt überhaupt nicht. Das steht seit dem 22. Oktober 2007 fest, als ich es angekündigt habe. Ich bin mir bewusst, dass es immer näher rückt, doch ich denke in diesen Tagen keinen Moment daran. Erst am Montag wird ein neues Kapitel aufgeschlagen. Dann kann ich zurücklehnen und beobachten. Darauf freue ich mich." (Quelle:sfv)
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