Fußball-Europameisterschaft 2008 | Österreich & Schweiz | 7. - 29. Juni 2008 | EURO News | EURO Forum

Schweiz sagt gegen Portugal Adieu

Es wird die Stunde des emotionalen Abschieds - von der EURO 2008 und von der Trainerbank. Das 73. Länderspiel als Schweizer "Nati"-Coach wird auch das letzte von Jakob "Köbi" Kuhn sein. Der 64-Jährige geht in den Ruhestand, macht nach sieben Jahren Platz für Ottmar Hitzfeld.
Der große Traum vom EM-Titel ist längst geplatzt, jetzt geht es im bedeutungslosen letzten Vorrundenspiel am Sonntag (20.45 Uhr/live im ZDFinfokanal) gegen Portugal nur noch um einen würdigen Abschluss.

Die Eidgenossen sind nach zwei Niederlagen schon ausgeschieden, die Portugiesen nach zwei Siegen schon im Viertelfinale, in dem sie am Donnerstag (20.45 Uhr) ebenfalls in Basel auf den Zweiten der "deutschen" Gruppe B treffen.

Unvollendets Kapitel

Dann sind die Schweizer längst Zuschauer - und folglich auch ihr Trainer. Zumindest der erste Sieg im insgesamt neunten Vorrundenspiel bei der dritten EM-Teilnahme (nach 1996 und 2004) soll am Ende der 90 Minuten im St. Jakob-Park in seiner Statistik stehen. Diese ist mit 31 Siegen, 18 Unentschieden und 23 Niederlagen ohnehin positiv. Und alle Schweizer sind sich einig: Kuhn hat in seiner Amtszeit zwar Großes geleistet, doch am Ende fehlte immer der letzte Kick.

Auch das letzte Kapitel des gelernten Buchdruckers bleibt unvollendet. Zwei Jahre hatte er akribisch am EM-Puzzle gebastelt, bis jener Treffer der Türken am vergangenen Mittwoch zum 1:2 in der Nachspielzeit alles zerstörte. "Die Leistungen stimmten, aber die Ergebnisse nicht", resümierte Kuhn scheinbar gefasst, doch die Enttäuschung war ihm im Gesicht abzulesen. Er habe sich, so die Schweizer Medien, nichts vorzuwerfen - das ist die eine versöhnliche Erkenntnis. Dass seine Frau Alice, die nach einem Epilepsie-Anfall fünf Tage vor dem Eröffnungsspiel in ein Hospital eingeliefert wurde, inzwischen aus dem Koma erwacht ist, ist die weitaus wichtigere gute Nachricht.

Portugal mit verstärktem B-Team

Erleichtert und voller Enthusiasmus plant Kuhn sein Abschiedsspiel. Mit einer nur leicht veränderten Formation möchte er dokumentieren, wie ernst es ihm mit einem erfolgreichen Gruppenfinale ist. Natürlich hofft Torhüter Pascal Zuberbühler auf seinen 51. und letzten Einsatz im Nationalteam, zumal der ehemalige Bundesliga-Profi von Bayer Leverkusen seinen Rücktritt erklärt hat. "Köbi Kuhn weiß, was ich in all den Jahren für die Nati geleistet habe. Es wäre schön, gegen Portugal zu spielen. Aber die Enscheidung liegt natürlich beim Trainer", sagte der 37-Jährige.

Zumindest bis zum Viertelfinale vertagt ist der Abschied von Luiz Felipe Scolari als Nationaltrainer Portugals. Nach dem Turnier wird er seine Arbeit bei Michael Ballacks Klub FC Chelsea aufnehmen - möglichst als Europameister. Gegen die Schweiz wird sich der Brasilianer den Luxus leisten und ein verstärktes B-Team auflaufen lassen. Dem wird auch der Stuttgarter Fernando Meira angehören. Der 30-Jährige wird in seinem 52. Länderspiel die Kapitänsbinde tragen und verspricht den Fans: "Das wird sicherlich kein Freundschaftsspiel." (Qelle:dfb)
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