Fußball-Europameisterschaft 2008 | Österreich & Schweiz | 7. - 29. Juni 2008 | EURO News | EURO Forum

Tschechien und Türkei fürchten Elfmeter-Lotterie

Am Ende könnte es auf die Torhüter ankommen, doch darauf will sich keine der beiden Mannschaften verlassen. "Wir haben in Petr Cech einen großartigen Keeper, aber ein Elfmeterschießen ist immer auch eine Lotterie", sagt Tschechiens David Rozehnal vor dem Gruppenendspiel um den Einzug ins EM-Viertelfinale am Sonntag (20.45 Uhr/live im ZDF) gegen die Türkei.
Gemischte Gefühle plagen auch den Gegner: "Wir haben volles Vertrauen in Volkan, aber besser wäre es, wir würden das Spiel in 90 Minuten entscheiden", erklärt Arda, Torschütze des türkischen Last-Minute-Treffers gegen die Schweiz (2:1).

Erstmals in der EM-Geschichte könnte ein Gruppenspiel vom Elfmeterpunkt entschieden werden, sollte die Partie nach der regulären Spielzeit keinen Sieger haben. Die Torhüter beider Teams würden darauf allerdings gerne verzichten. "Wir werden alles dafür tun, um das zu vermeiden", sagt der türkische Schlussmann Volkan. Und auch Cech vertraut in erster Linie seinen Vorderleuten im tschechischen Team: "Ich denke, wir schlagen die Türkei auch so."

Arda: "Alles liegt in unserer Hand"

An Zuversicht mangelt es ohnehin keinem der Kontrahenten im Kampf um Platz zwei in der Gruppe A. "Alles liegt in unserer Hand. Wir glauben fest an unser Weiterkommen", sagt der neue türkische Nationalheld Arda. Der Sieg gegen die Schweizer hat die Euphorie am Bosporus nochmals geschürt. "Die große Chance ist da - und wir werden sie ergreifen", meint Arda.

Bei den Tschechen konnte selbst die 1:3-Niederlage im zweiten Gruppenspiel gegen Portugal die Stimmung nicht nachhaltig dämpfen: "Wir haben genügend Selbstvertrauen und wissen, dass wir die Türkei schlagen können", betont Kapitän Tomas Ujfalusi. Nationaltrainer Karel Brückner ist allerdings auf alles eingestellt und ließ seine Spieler im Training noch einmal Elfmeter üben. Und dennoch: "Wir müssen uns vor allem auf die reguläre Spielzeit konzentrieren und die Partie da entscheiden", sagt der 68-Jährige.

Im Fall einer tschechischen Niederlage würde die Partie Brückners letztes Spiel als Coach sein - nach der EM tritt er zurück. "Aber ich hoffe natürlich, dass wir noch etwas weiter kommen. Wenn wir so spielen wie in der ersten Halbzeit gegen Portugal, haben wir alle Chancen."

Die 1:3-Niederlage gegen die "Braslianer Europas" hat durchaus positive Eindrücke hinterlassen. "Spielerisch war es ein Schritt nach vorn. Mit etwas Glück werden wir gegen die Türkei gewinnen", erklärt Stürmerstar Milan Baros.

Tschechen mit schlechten Erinnerungen

Seit dem EM-Titel von 1976, als die Mannschaft der damaligen Tschechoslowakei im finalen Elfmeterschießen vom Fehlschuss des heutigen Bayern-Managers Uli Hoeneß profitierte, haben die Tschechen allerdings eher unschöne Erinnerungen an wichtige K.o.-Spiele. 1996 verloren sie im Finale gegen Deutschland in der Verlängerung durch das "Golden Goal" von Oliver Bierhoff (1:2), acht Jahre später im Halbfinale gegen späteren Europameister Griechenland durch ein "Silver Goal" von Traianos Dellas.

Der frühere Hamburger Bundesligaprofi Ujfalusi warnt deshalb davor, sich zu sehr mit dem Endspiel-Charakter der Begegnung zu beschäftigen. "Das darf keine Kopfsache werden. Wir müssen uns unserer Stärken bewusst sein und diese ausspielen." Brückner sieht diese vor allem in der mannschaftlichen Geschlossenheit: "Das Team rückt immer enger zusammen. Jeder Spieler weiß, dass er die Verantwortung für die anderen mitträgt."

Doch auch den Türken mangelt es nicht an Selbstvertrauen. Nach der enttäuschenden Auftaktniederlage gegen Portugal (0:2) hat vor allem die zweite Halbzeit gegen die Schweiz neue Hoffnungen geweckt. "Wenn wir so weiterspielen, müssen wir uns vor nichts fürchten", sagt Hamit Altintop vom deutschen Rekordmeister und Double-Gewinner Bayern München. (Quelle:dfb)
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