Fußball-Europameisterschaft 2008 | Österreich & Schweiz | 7. - 29. Juni 2008 | EURO News | EURO Forum

Weltmeister Italien gegen Rumänien mit Wut im Bauch

Bei Weltmeister Italien geht die Angst um, das "Endspiel" bei der EURO 2008 findet für die Squadra Azzurra 16 Tage zu früh statt: Nach dem 0:3 zum Auftakt gegen die Niederlande geht es für die erfolgsverwöhnten Italiener im zweiten Gruppenspiel gegen Rumänien am Freitag (ab 18 Uhr, live in der ARD) schon um alles oder nichts.
Dementsprechend wird Trainer Roberto Donadoni wohl auch Personal und Taktik seiner Mannschaft umkrempeln. Eine weitere Niederlage gegen die "Tricolori" könnte bereits das vorzeitige Ende aller Titelträume bedeuten und die Tifosi in tiefe Depressionen stürzen.

"Ich habe nach wie vor großes Vertrauen in die Mannschaft. Sie wird eine Reaktion zeigen", sagte Donadoni. Der 44-Jährige, dessen Vertrag sich nur bei Erreichen des Halbfinals um zwei Jahre verlängert, will mit einer Personalrotation und der Rückkehr auf das traditionelle 4-4-2-System seinen Job als "Commissario tecnico" retten: "Es kann sein, dass die Mannschaft ihr Gesicht verändern wird."

Hoffnungen ruhen auf Alessandro del Piero

Für Donadonis Rettung könnte einer sorgen, der schon mehrmals im Nationalteam abgeschrieben war. Oldie Alessandro del Piero, mit 21 Treffern bester Torjäger der abgelaufenen Saison in der Serie A, wird wie von italienischen Medien gefordert wohl im Angriff neben Bundesliga-Torschützenkönig Luca Toni auflaufen und gleichzeitig die Kapitänsbinde des verletzten Fabio Cannavaro tragen.

"Del Piero könnte zu Donadonis Trumpf werden", schrieb Corriere dello Sport. Auch Antonio Cassano sowie Daniele de Rossi dürften in die Startelf kommen und für "frisches Blut" sorgen, nachdem eine im Schnitt 31 Jahre alte "Squadra Azzurra" dem hohen Tempo der Oranje-Offensive nicht gewachsen war.

Für den im ersten Spiel glücklosen Münchner Luca Toni ist die Änderung der Einstellung jedoch wesentlich entscheidender als Taktik oder Aufstellung. "Wir sind doch die beste Mannschaft der Welt, Weltmeister. Alle sind sehr wütend, aber diese Wut wird uns gegen Rumänien helfen", sagte der Bayern-Torjäger und schwor sein Team auf das "Endspiel" ein: "Wir haben eine Schlacht verloren, aber keinen Krieg. Wir müssen jetzt zeigen, dass Italien stark ist, dass wir eine Einheit sind."

Hoffnung macht zudem ein Blick in die Vergangenheit. Bei der WM 1994 strauchelte die "Squadra Azzurra" beim 0:1 gegen Irland ebenfalls zum Auftakt, kämpfte sich am Ende jedoch bis ins Finale durch (2:3 n.E. gegen Brasilien). Donadoni, vor 14 Jahren als Spieler dabei, verspricht: "Wir haben damals hart gearbeitet, aus Fehlern gelernt und zurückgeschlagen. Das wollen wir wiederholen."

Rumänen wittern ihre Chance

Doch die Rumänen wollen keineswegs den Aufbaugegner mimen. Die Karpaten-Kicker wittern nach dem respektablen 0:0 gegen Frankreich auch gegen den kriselnden Weltmeister ihre Chance. "Italien muss um jeden Preis gewinnen. Dadurch können wir sehr viel gefährlicher nach vorne spielen. Das wird für Italien die Hölle auf Erden", sagte Cristian Chivu, der bei Inter Mailand in der Serie A sein Geld verdient.

Rumäniens zweiter Italien-Legionär Adrian Mutu (AC Florenz), der gegen Frankreich kaum zur Entfaltung kam, meinte zudem: "Ich fühle mich viel besser und werde Italien Angst einflößen." Trainer Victor Piţurcă wird wohl auf die gleiche Startelf wie gegen Frankreich setzen. Der Stuttgarter Profi Ciprian Marica hat seine Gehirnerschütterung auskuriert, sitzt aber nur auf der Bank. (Quelle:dfb)
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