Fußball-Europameisterschaft 2008 | Österreich & Schweiz | 7. - 29. Juni 2008 | EURO News | EURO Forum

DFB-Team im EM-Quartier: Traumhafte Tage im Tessin

Das Tessin, südlichster Kanton der Schweiz, ist eine Reise wert. Und das nicht nur, aber eben auch für die deutsche Nationalmannschaft. Weil bei Fußballern neben dem Sportlichen der Wohlfühl-Faktor eine ebenso große Rolle spielt wie bei Touristen, hatte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) schon früh beschlossen, sein EM-Quartier ein wenig abseits der EURO-Spielstätten in der Schweiz und Österreich zu wählen.
Ein ideale Wahl, wie auch der Erfolg der DFB-Auswahl zeigt, die am Sonntag (ab 20.45 Uhr, live in der ARD) das EM-Endspiel in Wien gegen Spanien bestreitet.

Mit Ascona, dem kleinen, aber feinen Städtchen am idyllischen Lago Maggiore fand man dann auch genau den Ort, der zum einen exzellente Trainingsmöglichkeiten garantierte, zum anderen mit dem Fünf-Sterne-Hotel „Il Giardino“ in der Via Segnale 10 auch eine Unterkunft, die ein wenig abseits des großen Trubels, beinahe ein wenig verborgen in einer Sackgasse liegt. Ein Topadresse fraglos, mehrfach ausgezeichnet als das „beste Ferienhotel der Schweiz“, das seinen Namen dem hoteleigenen Garten verdankt.

Der bietet dank seiner Vegetation mediterranes Flair und lädt mit zahlreichen Teichen, Bädern und Terrassen zum Entspannen und Genießen ein. Darüber hinaus verfügt das direkt an einen der schönsten Golfplätze Europas grenzende „Giardino“ über einen großzügigen Spa- und Wellness-Bereich mit verschiedenen Saunen, einem Außen- und Innenpool, einem Fitnessbereich sowie verschiedene Restaurants und Bars.

Die EURO 2008 - für die Region ein voller Erfolg

Die Tatsache, dass Ballack, Podolski, Schweinsteiger und Co. für die Zeit der EM hier praktisch bis zum Finale - mit den obligatorischen Unterbrechungen durch Ausflüge in die Spielorte Klagenfurt, Basel und Wien - ihr Zuhause haben, wertet Patrick Lardi als „vollen Erfolg“. Lardi ist „Head of Marketing and Communication“ für die Region Tessin - und in dieser Funktion eingebunden in die Kooperation zwischen DFB und „Ticino Turismo“.

Der Tourismus- und Marketingexperte weiß um den Wert dieser Zusammenarbeit für das Tessin und damit auch um die Bedeutung des sportlichen Erfolgs der deutschen Mannschaft. „Schon der Einzug ins Viertelfinale war für unsere Kampagne ein Erfolg“, sagt Lardi, gibt allerdings auch zu, „dass bei einem Ausscheiden und der frühzeitigen Abreise vielleicht dennoch beim ein oder anderen Verantwortlichen ein leises ´Aber´ geblieben wäre.“ Spätestens das Erreichen des Halbfinales habe dann aber jeden Zweifel daran zerstreut, „dass diese EURO für die Region ein voller Erfolg ist.“

Auch die Schweden logierten im Tessin

Dabei war die EM zunächst überhaupt kein Thema für das Tessin. Denn „die Schweizer Spielstätten liegen schon etwas entfernt“, so Lardi. „Dann aber interessierten sich einige Mannschaft doch für unsere Region als Trainingsquartier, und wir sind mehr als glücklich, dass neben der - längst wieder abgereisten - schwedischen Equipe in Lugano vor allem auch Deutschland das Tessin für seine Nationalmannschaft ausgewählt hat.“

Verständlich, bringt der Fußball jetzt doch eine Klientel in die Region, bei der das Tessin trotz seiner bezaubernden Mischung aus Schweizer Gründlichkeit und italienischem „Laisser-faire“ ursprünglich kaum zu den bevorzugten Reisezielen gehört. Das traditionelle deutsche Publikum sei noch mit den Mythos „Opel Ascona“ aufgewachsen und habe das Tessin in den 70er-Jahren kennen gelernt, erinnert Lardi an eine deutsche automobile Erfolgsgeschichte.

„Jetzt aber benötigen wir einen Generationswechsel“, zitiert Lardi das Ergebnis einer vor der EURO angefertigten Analyse. „Und der Deutsche Fußball-Bund ermöglicht uns mit dieser engen Kooperation, die Region nun auch einem neuen, einem jüngeren deutschen Publikum vorzustellen.“

Angebote für ein junges Publikum

Und mit diesem Publikum gibt man sich nun ebenso große Mühe wie mit den traditionellen Stammgästen. Was auch immer jungen Menschen heute als „hip“ gilt - die Tessiner sind darauf vorbereitet. Neben modernen Bars und Lounges wie der exklusiven „Delta Beach Lounge“ in unmittelbarer Nähe zum „Giardino“ und mit direktem Zugang zum See sind es vor allem die unzähligen Freizeit-Aktivitäten, die ein neues, ein zeitgeistigeres Bild der Region schaffen sollen.

Und diese Aktivitäten haben es in sich. Ob man nun im freien Fall am Bungee-Seil von der 220 Meter hohen Staumauer des Verzasca-Damms springen will, der schon dem James Bond-Film „Goldeneye“ als Kulisse diente, oder ob man die eigenen Grenzen lieber im „Adventure Park Klettergarten“ oder beim Canyoning ausloten möchte - die Möglichkeiten sind vielfältig. Vorausgesetzt, man ist mutig genug. „Ich hätte nie gedacht, dass ich so etwa wie Bungee-Jumping einmal machen würde“, lacht Lardi.

Bei einem exklusiv für Journalisten veranstaltetem Event ließen sich vier der Medienschaffenden vom freiwilligen Sturz in die Tiefe jedenfalls nicht abhalten. „Da konnte ich dann nur schlecht zurückstehen: acht Sekunden freier Fall“, lautet Lardis Fazit dieses Tages, „der natürlich auch medial für uns wichtig war.“ Schließlich haben deutsche TV-Sender diese „Mutproben“ begleitet. Man muss aber längst kein Journalist sein, um sich diesen Kick zu geben: „Jeder, der genug Mut mitbringt, kann auch springen“, bestätigt der Tourismus- und Marketingexperte.

Bierhoff: „Entscheidung für Tessin und Ascona war richtig“

Und auch, wer nicht ganz soviel Adrenalinausstoß benötigt, hat vielfältige Möglichkeiten. Etwa ein Fußball-Turnier auf dem Wasser. An der feinen Uferpromenade Asconas wurde ein auf Pontons im See schwimmendes Kleinfeld aufgebaut, bei dem nicht nur die auf diesem Terrain typischen Künstler am Ball auf ihre Kosten kommen dürften. Denn neben dem ungewöhnlichen Fußball-Ambiente bietet sich allen Nachwuchskickern hier auch noch ein Panroma auf und über den See, das selbst eine Niederlage verschmerzen lässt.

Nicht nur, weil die deutsche Nationalmannschaft nun im Finale dieser EURO steht, sagt ihr Manager Oliver Bierhoff: „Die Entscheidung für das Tessin im Allgemeinen und für Ascona im Besonderen war richtig. Hier haben wir die Atmosphäre und Gastfreundlichkeit vorgefunden, die wir uns im Vorfeld von unserer Wahl versprochen hatten.“

Und auch, wenn die EM längst Geschichte sein wird, die Partnerschaft zwischen der Region Tessin und dem DFB soll weiter gehen. „Es ist durchaus möglich, dass die deutsche Nationalmannschaft auch in Zukunft noch einmal ihr Quartier bei uns aufschlägt“, meint Patrick Lardi. Und darf nun zurecht darauf hoffen, dass viele deutsche, gerade auch jüngere Fußballfans, dem Charme des Tessin erlegen sind. (Quelle:dfb)
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