Fußball-Europameisterschaft 2008 | Österreich & Schweiz | 7. - 29. Juni 2008 | EURO News | EURO Forum

Philipp Lahm: "Wir wollen ins Finale"

Außenverteidiger Philipp Lahm ist bei der EURO 2008 in Österreich und der Schweiz in bestechender Form. Vor dem Halbfinale am Mittwoch (ab 20.45 Uhr/live im ZDF) in Basel gegen die Türkei zeigte der 45-malige Nationalspieler am Sonntag Respekt vor dem Gegner, aber auch Zuversicht, was die eigenen Möglichkeiten angeht.
Frage: In den ersten vier Spielen haben Sie zusammen mit Lukas Podolski die besten Kritiken bekommen. Macht man sich da Gedanken über seinen eigenen internationalen Stellenwert?

Philipp Lahm: Nein, große Gedanken macht man sich darüber nicht. Ich versuche meine Leistung zu bringen. Wenn ich jetzt noch zwei gute Spiele machen sollte, bin ich zufrieden. Das Mannschaftsziel ist eigentlich viel wichtiger, wir wollen ins Finale kommen. Wenn wir das schaffen, dann wollen wir es auch gewinnen.

Frage: Die Leistung der Mannschaft gegen Portugal war sensationell gut. Wo sehen Sie im Falle einer Rückkehr von Torsten Frings Änderungsmöglichkeiten im Team?

Lahm: Das Beste für eine Mannschaft ist immer, wenn alle fit und einsatzbereit sind. Gegen Portugal haben alle ihre Aufgaben gut erfüllt. Was man an Torsten Frings hat, weiß man, da muss man nur an die WM 2006 zurückdenken.

Frage: Was sind Ihrer Meinung nach die Gründe, dass Sie nach der langen Saison weiter eine solch gute Leistung abrufen können?

Lahm: Das ist schwer zu sagen. Jeder versucht seine Leistung zu bringen, dazu werden wir optimal vorbereitet. Ich bin topfit und fühle mich gut. Das ist das Wichtigste für einen Spieler, um seine Leistung abrufen zu können.

Frage: Was für einen Unterschied hat die Systemumstellung gegen Portugal für Ihre eigene Position gemacht?

Lahm: Für mich als Außenverteidiger war die Situation annähernd dieselbe, wie in den Spielen zuvor. Ich habe trotzdem in der Vierer-Kette gespielt und Lukas Podolski defensiv abgesichert. Wichtig ist, wie in einem solchen Fall jeder einzelne Spieler auf den Platz geht. Gegen Gegenspieler wie Cristiano Ronaldo oder Simão ist es immer gut, Überzahl zu erzeugen, das haben wir geschafft und das hat uns als Team gut getan.

Frage: Ist es für Sie ein Problem, wenn das Spielsystem umgestellt wird? Haben Sie da Präferenzen?

Lahm: Das ist die Aufgabe des Trainers, für welches System er sich für ein Spiel entscheidet. Die Mannschaft hat bewiesen, dass sie beide Varianten umsetzen kann. Es ist aber auch immer wichtig, gegen wen man spielt. Da ist dann eine gewisse Feinabstimmung notwendig.

Frage: Wie geht man in der Mannschaft damit um, dass die Türken ersatzgeschwächt sind?

Lahm: In einem Halbfinale unterschätzen wir keinen Gegner mehr. Die türkische Mannschaft hat sich die Qualifikation hart erarbeitet. Da stehen 23 Top-Spieler im Kader. Es spielt also für uns keine Rolle, wer bei den Türken spielt. Wir müssen unsere Leistung bringen, dann bin ich sehr zuversichtlich.

Frage: Welche Rolle spielt Ihr Vereinskollege Hamit Altıntop für die Türkei?

Lahm: Er hat viele Ballkontakte und ist ein wichtiger Spieler für die Mannschaft. Das sieht man allein schon daran, dass er im Turnier erst als rechter Verteidiger angefangen hat und jetzt ins zentrale Mittelfeld gerückt ist.

Frage: Ist es von Vorteil, dass Sie Altıntop, Ihren möglichen direkten Gegenspieler, aus dem Verein kennen?

Lahm: Ich weiß nicht, ob ich gegen ihn spielen werde. Aber das spielt eh keine große Rolle. Gegen Portugal hat auch jeder gewusst, was ihn bei seinen Gegenspielern erwartet. (Quelle:dfb)
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