Fußball-Europameisterschaft 2008 | Österreich & Schweiz | 7. - 29. Juni 2008 | EURO News | EURO Forum

Rüffel von Josef Hickersberger für Martin Harnik

Bei der ÖFB-Pressekonferenz am Freitag war Teamchef Hickersberger auf Martin Harnik nicht gut zu sprechen. Er kritisierte nicht nur Harniks Äußerungen im Vorfeld des Deutschland-Matchs, sondern auch dessen Vorbereitung.
Zu Beginn der Pressekonferenz bat "Hicke" um einige Sekunden des Schweigens für Kicker Adam Ledwon, der sich am Tag vor dem ÖFB-Match das Leben nahm.

Josef Hickersberger ist auf Martin Harnik nicht gut zu sprechen - und das nicht nur wegen der zwei vergebenen Großchancen gegen Polen. Dem 60-Jährigen stieß unter anderem der Satz des Deutsch-Österreichs auf, die Deutschen würden sich vor dem Entscheidungsspiel am Montag "in die Hosen scheißen". Deshalb werde er mit ihm "ein ernstes Wort reden. Mit solchen Äußerungen sammelt er keine Pluspunkte". Außerdem habe sich der Werder-Stürmer auf die Polen-Partie "nicht so vorbereitet, wie sich ein Vollprofi vorbereiten muss", sagte "Hicke", ohne Details zu nennen.

Zu Beginn der Pressekonferenz bat Hickersberger um einige Sekunden des Schweigens für den früheren polnischen Teamspieler und Austria-Kärnten-Kicker Adam Ledwon, der sich am Tag vor der ÖFB-Partie gegen seine Heimat das Leben genommen hatte. "Er war nie in einer meiner Mannschaften, immer ein Gegner. Ich habe ihn manchmal verflucht, aber im Grunde genommen hätte ich ihn gern in einer meiner Mannschaften gehabt", sagte der Niederösterreicher, der die anwesenden Journalisten bat, sich von ihren Sitzen zu erheben.

Gerade gegen die kopfballstarken DFB-Kicker schmerzt Hickersberger der Ausfall des gesperrten Sebastian Prödl besonders. "Er wird uns fehlen, denn die Deutschen haben viele hervorragende Kopfballspieler. Aber bitter ist es vor allem für ihn selbst. Gegen Kroatien hat er Gelb bekommen, weil er ein Kommando von Stranzl nicht gehört hat, dass keine Gefahr besteht. Jetzt verpasst er ein Highlight in seiner jungen Karriere", sagte der Teamchef über den künftigen Bremen-Innenverteidiger.

Ümit Korkmaz hatte am Freitag noch mit den Nachwirkungen eines "Pferdekusses", eines Schlages auf den Oberschenkel, zu kämpfen. Hickersberger bemerkte während des Polen-Spiels die Probleme des künftigen Frankfurters, der ihm jedoch versicherte, weiterspielen zu können. Für die Partie gegen Deutschland wird der Flügelflitzer laut "Hicke" aber wieder hergestellt sein.

Die bisher gezeigten Leistungen bei der EURO bestärkten Hickersberger in seiner Ansicht, dass der aktuelle 92. Platz des ÖFB-Teams in der Weltrangliste nicht das wahre Leistungsvermögen widerspiegelt, womit er nach eigenen Angaben auch auf einer Wellenlänge mit Englands Stürmer-Legende Alan Shearer liegt. Thailand rangiert zwar entgegen den Angaben "Hickes" einen Platz hinter der ÖFB-Auswahl, habe dies aber auch nur Länderspielen gegen Kontrahenten wie Laos, Burma oder Nepal zu verdanken. "Irgendwie müssen wir uns schon fragen, ob wir aufgrund dieser Liste die Stärke einer Mannschaft einschätzen wollen."

Hickersberger gewährte kleine Einblicke darüber, wie es unmittelbar vor einem EM-Match in der ÖFB-Kabine zugeht. So werde von den Spielern ausgesuchte Musik gespielt, allerdings in einer für seine 60-jährigen Ohren zu hohen Lautstärke. Taktische Besprechungen gebe es so kurz vor Anpfiff keine mehr.

Bei der Pressekonferenz in Stegersbach war der in eine ÖFB-Dress gewandete deutsche TV-Witzbold Oliver Pocher zu Gast und sprach Hickersberger auf ein Gerücht an, die Spieler hätten die Nacht nach dem Polen-Match neuerlich mit ihren Frauen und Freundinnen verbracht. Der Teamchef wollte dazu keine Angaben machen. "Ich weiß schon, was im Hotel vor sich geht und welche Vorgaben ich gemacht habe", schmunzelte der Nationaltrainer. (Quelle:oefb)
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