Fußball-Europameisterschaft 2008 | Österreich & Schweiz | 7. - 29. Juni 2008 | EURO News | EURO Forum

Spanien nach Sieg über Russland im Finale

Die deutsche Nationalmannschaft trifft im Endspiel der EURO 2008 am auf Spanien. Der Europameister von 1964 zog durch ein hochverdientes 3:0 (0:0) gegen das Überraschungsteam aus Russland erstmals seit 24 Jahren wieder in das Endspiel eines großen Turniers ein und trifft am Sonntag (20.45 Uhr, live in der ARD) in Wien auf das Team von Bundestrainer Joachim Löw.
Mittelfeldstar Xavi vom FC Barcelona (50.), der eingewechselte Daniel Güiza (73.) und David Silva (82.) sicherten der "Seleccion" im strömenden Regen die dritte EM-Finalteilnahme nach 1964 und 1984 und damit die Chance auf den ersten Titel seit 44 Jahren. Nach einem Pass seines kongenialen Partners Andres Iniesta lenkte Xavi vor den Augen von Kronprinz Felipe und Prinzessin Letizia den Ball aus sieben Metern zum 1:0 über die Linie. Güiza traf nach Zuspiel von Cesc Fabregas, Silva setzte den Schlusspunkt.

Für Russland platzte vor 51.428 Zuschauern im Wiener Ernst-Happel-Stadion dagegen der Traum vom ersten Titelgewinn seit 1960. Die "Sbornaja", die zuvor mit ihrem schnellen Fußball begeistert hatte, scheiterte zum zweiten Mal in einem EM-Halbfinale. 1968 hatte nach einem 0:0 gegen Italien ein Münzwurf entschieden.

Drittes Halbfinal-Aus für Hiddink in Folge

Für Trainer Guus Hiddink war es sogar die dritte Halbfinal-Niederlage nacheinander: Bei der WM 1998 schied der Niederländer mit seinen Landsleuten gegen Brasilien nach Elfmeterschießen aus, vier Jahre später scheiterte er mit Südkorea durch ein 0:1 gegen Deutschland.

Auch ohne ihren König Juan Carlos und dessen Gattin Sofia, die als Glücksbringer den Viertelfinalsieg verfolgt hatten, knüpften die Spanier an die starken Leistungen der vergangenen Spiele an. Allerdings mussten sie schon nach 35 Minuten ohne ihren gefährlichsten Stürmer auskommen. David Villa, der drei seiner vier Turniertore beim 4:1 gegen Russland 15 Tage zuvor in der Vorrunde erzielt hatte, schied verletzt aus.

Der Stürmer des FC Valencia hatte in der Anfangsphase für die besten Offensivaktionen der Iberer gesorgt: Zunächst setzte er seinen Sturmpartner Fernando Torres ein, der den russischen Torhüter Igor Akinfejew prüfte (6.). Dann versuchte es Villa selbst mit einem 20-Meter-Schuss vom linken Strafraumeck, doch wieder parierte der 22 Jahre alte Schlussmann von ZSKA Moskau (11.).

Die Russen brauchten etwas länger, um auf Touren zu kommen. Die "Sbornaja", bei der der Nürnberger Iwan Sajenko als einziger Legionär mitwirkte, konnte ihr gefürchtetes schnelles Kombinationsspiel zunächst nicht wie gewohnt aufziehen. Russland bekam es allerdings auch mit der bis dahin besten Abwehr des Turniers zu tun: Der Einzug ins Halbfinale war der "Seleccion" mit nur drei Gegentreffern gelungen.

Pawljutschenko vergibt zweimal

Es dauerte bis zur 31. Minute, bis Russland Offensivgeist zeigte. Torjäger Roman Pawljutschenko scheiterte mit einem 20-Meter-Schuss an Torwart Iker Casillas. Kurz darauf verfehlte der Angreifer von Spartak Moskau aus kurzer Distanz (35.) das Ziel. Bis dahin hatte sich die "Sbornaja" immer wieder in der aufmerksamen Deckung der Spanier verfangen.

Nach dem 1:0 durch Xavi war die "Seleccion" die deutlich bessere Mannschaft. Torres hätte für die Entscheidung sorgen können, doch der Stürmer des FC Liverpool schlenzte zunächst den Ball am langen Eck vorbei (52.), dann scheiterte er nach einer Flanke von Sergio Ramos (63.).

Die Stimmen zum Spiel:

Guus Hiddink (Trainer Russland): "Wir haben gegen eine großartige spanische Mannschaft verloren. Die Spanier waren sehr gut. Ich bin zwar enttäuscht über das Ergebnis, aber trotzdem stolz auf meine Mannschaft. Der dritte Platz in diesem Turnier ist ein großartiger Erfolg. Spanien hat verdient gewonnen."

Luis Aragones (Trainer Spanien): "Für uns war es schwer in der ersten Halbzeit, in der zweiten haben wir uns befreien können und zu unserem Spiel gefunden. Wir sind im Finale, aber der Gegner heißt Deutschland. Das ist eine große Aufgabe. Ich glaube nicht, dass Villa im Endspiel wieder fit sein wird." (Quelle:dfb)
« zurück
test